Filmkommentare April 2020

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Kalervo
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Filmkommentare April 2020

Beitrag von Kalervo » vor 3 Monate

01.04. / Netflix

Tonari no Totoro (Mein Nachbar Totoro) {1988 - Hayao Miyazaki} 7+

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PlotineinemSatz: Während die Mutter im Krankenhaus liegt versucht der Vater seine beiden Kinder möglichst von jedweder ernsthaften Tragik herauszuhalten und sie möglichst unbeschwert aufwachsen zu lassen und zieht auch deswegen in eine ländliche Gegend, in welcher die Mädchen schnell besonderen Phänomenen und seltsamen aber liebenswerten und hilfreichen Geschöpfen begegnen.

Bewertung: Ein Film dessen Sichtung schon lange anstand und nun realisiert werden konnte. Wie erhofft wird man hier in eine absolut liebenswerte Fantasiewelt gezogen. Getragen von der großen Hauptfigur welche man nur zu gerne in echt treffen und verknuddeln möchte. Für mich ist das übrigens ein Hase, kann mir keiner etwas anderes erzählen. Dabei ist das Ganze kein Ponyschlecken sondern es werden auch ernstere Töne angeschlagen, die aber wunderbar zielgruppengerecht und pädagogisch wertvoll dargeboten werden. Technisch ist das auch sauber und sieht gut aus. Ich muss allerdings auch erwähnen, dass es mich trotz aller Zauberhaftigkeit nicht vollends überzeugen konnte. Vielleicht ist das innere Kind in mir doch schon zu alt geworden. Aber dennoch ein liebevolles Erzeugnis welches man gesehen haben sollte. Und schön dass über den Streamingdienst mit N nun alle Studio Ghibli-Filme verfügbar sind, da steht mir ja noch einiges bevor.


06.04. / Sky

Mile 22 {2018 - Peter Berg} 6+

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PlotineinemSatz: Eine ohne offizielle Regierungsgenehmigung operierende US-Spezialeinheit soll in Indonesien einen örtlichen Polizeioffizier, welcher über brisante Informationen über gestohlenes radioaktives Material verfügt, von der dortigen Botschaft sicher in die USA bzw. zu diesem Zweck zunächst auf einen nahegelegenen Flugplatz überführen, wobei sie sich dabei gegen den ansässigen Geheimdienst erwehren müssen.

Bewertung: Ein weiterer WahlBerg. Hier mit dem Versuch state of the art-Action in eine stimmige und kluge, verschachtelte und auch noch politisch angehauchte Geschichte zu pressen. Dies geht für mich nicht auf, weil es so wirkt als ob man sich dabei etwas verhebt und die vielen Fäden nicht mehr sinnig entwirrt bekommt. Vielleicht ist aber auch weniger vorhanden als ich sehen mag, was es dann nicht besser macht. So oder so ist es ein Film den man sich ansehen kann, der aber auch innerhalb seines Genres keine nennenswerten Spuren hinterlassen wird. Die ausgedehnte Einführungsszene ist allerdings gut gelungen und war Grund genug dranzubleiben.


09.04. / ZDFneo

Fast Five (Fast & Furious Five) {2011 - Justin Lin} 6-

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PlotineinemSatz: Den genauen Verlauf schon vergessen weiß ich verlässlich nur noch dass Toretto, O'Conner, Hobbs, und der Rest der bekannten Crew sich plötzlich in Rio de Janeiro befinden, und diese Kulisse dient dann für die üblichen halsbrecherischen Verfolgungsjagden und ausgeklügelten Coups.

Bewertung: Der etwas exotische Handlungsort ist durchaus ansehnlich wobei man sich sogar mehr jenseits touristisch angesehener Strandszenarien bewegt. Hinzu kommt das gewohnte Motorengedröhne und es wird allerhand Benzin verschwendet (warum können nicht mal vier oder fünf Leute einen PKW nutzen, so wie bei Gamle mænd i nye biler!?). Sei’s drum, ordentliche und teilweise bildgewaltige Action stehen auch hier diversen Logik- und Drehbuchschwächen gegenüber. Aber der Actionteil ist wie gewohnt sauber und lobenswert produziert. Von der Story her naja, aber geschenkt. Was mir sauer aufstößt ist die US-amerikanische Überheblichkeit und die Annahme dass es okay ist brasilianische Cops einfach zu killen, da diese ja eh fast ausnahmslos korrupt und höchstkriminell sind.


13.04. / Sky Store

Good Boys {2019 - Gene Stupnitsky} 7-

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PlotineinemSatz: Drei frischgebackene Sechstklässler und beste Freunde planen die Teilnahme an ihrer ersten Party, bei dem Versuch sich die für diese Gelegenheit benötigten Skills zu erlernen wird eine Reihe von Ereignissen in Gang gesetzt, in denen u. a. Drogen, eine Sexpuppe und der Erwerb einer modernen Drohne eine Rolle spielen.

Bewertung: Trat schon als ich von dem Projekt erfahren habe Gedankenspiele in Richtung 'Rogen & Co. in jung' los, auch ohne Teaser und Hintergrundwissen. Insgesamt durchaus amüsant, und ja eigentlich ist der Film für die Altersstufe der Hauptdarsteller schon schwierig. Insofern ist das Ganze ein großer Affront gegen die ganze Political Correctness-Elternschaft und allein deswegen schon wichtig und richtig. Paar Abstriche gegen die guten gelungenen Filme von und mit den älteren Alter Egos muss man letztlich machen, aber ist genug gelungenes dabei. Und der Gastauftritt von Merchant allein ist schon großartig. Hatte mir ein wenig mehr erwartet, aber passt schon.


13.04. / Sky Store

Killing Gunther {2017 - Taran Killam} 6-

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PlotineinemSatz: Gunther ist der allerbeste und erfolgreichste Profikiller auf diesem Planeten, der vielen anderen seiner Kollegen wichtige Aufträge wegnimmt, so verwundert es nicht dass sich eine Gruppe von Berufsgenossen aufmacht den legendären Hitman aus dem Verkehr zu ziehen, wobei sich die Umsetzung allerdings äußerst schwierig gestaltet.

Bewertung: Eine recht spaßige Grundidee die sich aber schon verhältnismäßig schnell totläuft, da das Ganze nur in Ansätzen gelungen humorvoll ist. Es scheint man legte zu viel in die Formung und Vorstellung der einzelnen Killercharaktere, die man allerdings so oder so ähnlich bereits in anderen komödiantischen Werken gesehen hat. Nicht nur wegen Killam und Moynihan erinnert es an einen überlangen und nicht wirklich guten SNL-Sketch. Die Gagtrefferdichte in diesem aus der Perspektive eines Dokufilmes gezeigten Werkes ist einfach zu gering und so geht das Ganze maximal als halbwegs passable Komödie durch, auch weil sich die Story ab etwa der Mitte ziemlich verzettelt.
Zuletzt geändert von Kalervo am 07.06.2020, 04:58, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Filmkommentare April 2020

Beitrag von Kalervo » vor 3 Monate

16.04. / Sky

61* {2001 - Billy Crystal} 7-

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PlotineinemSatz: 1961 stehen zwei Spieler der New York Yankees kurz davor den Homerun-Rekord der Legende Babe Ruth zu übertreffen, wofür der eine, Mickey Mantle, vom Publikum bejubelt wird, während der andere, Roger Maris, von den eigenen Fans als Hassobjekt gesehen wird und selbst den Commissioner der MLB gegen sich hat.

Bewertung: Ich bin erst seit wenigen Jahren an dem wohl ur-amerikanischten und in Europa noch am wenigsten beachteten Sport interessiert. So kannte ich die Geschichte die hier gezeigt wird nicht, obschon mir Namen wie Babe Ruth oder Mickey Mantle ein Begriff sind. Die Geschichte von Roger Maris kannte ich nicht, und so ist dieser fürs Fernsehen produzierte Film allein aus sporthistorischer Sicht interessant und damit wohl auch für Nicht-Baseballinteressierte sehenswert, auch weil es nur wenig reine Spielszenen gibt. Außerdem erfahren wir auch etwas über den persönlichen Bezug des Regisseurs zu dem Thema.

Dass der so wichtige und bedeutende Stern im Titel in der deutschen Schreibung weggenommen wurde spricht Bände.


22.04. / Sky

Mr. Magoriums Wonder Emporium (Mr. Magoriums Wunderladen) {2007 - Zach Helm} 7

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PlotineinemSatz: Der eigenbrötlerische aber allem aufgeschlossene Mr. Magorium betreibt einen Spielzeugladen in dem alles lebendig ist und nichts unmöglich scheint; als er sein Ableben nahegekommen wähnt soll seine bisherige Assistentin das sehr besondere Geschäft übernehmen, was zunächst wie eine unmögliche Aufgabe erscheint.

Bewertung: War eine bewusste Sichtung als Gegenpol zu den eher weniger erfreulichen Nachrichten und Entwicklungen. Und als solches erfüllte es seinen Zweck. Mit einer kindischen Freude verfolgt man die teils absurd-schrägen Vorgänge und kann für rund 90 Minuten richtig schön abschalten. Hoffman scheint die Idealbesetzung zu sein, toll auch die Figur des Eric. Insgesamt sehr einfallsreich und sympathisch.


28.04. / Sky

Around the World in 80 Days (In 80 Tagen um die Welt) {2004 - Frank Coraci} 6+

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PlotineinemSatz: London 1872, der exzentrische und sozial sehr gut gestellte Phileas Fogg ist ein visionärer Erfinder und Abenteurer, der allerdings in der hohen Gesellschaft mit seinen über Grenzen hinausgehenden Gedankenspielen auf viel Widerstand stößt und sich dadurch in einer für ihn um alles gehenden Wette wiederfindet, und so muss er ohne Vorbereitung die Welt in 80 Tagen umrunden.

Bewertung: Nicht die erste Verfilmung des Klassikers von Jules Verne, dessen bekannteste filmische Umsetzung wohl die Miniserie aus den 80ern mit Brosnan, Ustinov und Idle sein dürfte. Hier eine eher leichte seichte Umsetzung, einfach gestrickt aber auch überwiegend kurzweilige Freude verbreitend. Nette Abwechslung zur in der Zeit nicht selten runterziehenden Wirklichkeit. Highlight natürlich der Gastauftritt von Schwarzenegger als türkischer Prinz, sowie auch die Szene in der Pariser Kunstgalerie die großartig durchchoreographiert und herrlich komisch ist. Mit Chan kommt dann noch eine andere Charakterfarbe ins Spiel wodurch sich das Werk von seinen Vorgängern abhebt.


28.04. / Sky Atlantic

My Dinner with Hervé (Mein Dinner mit Hervé) {2018 - Sacha Gervasi} 7-

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PlotineinemSatz: August 1993, ein englischer Journalist hat den Auftrag sich in Los Angeles mit Gore Vidal zu einem Interview zu treffen, was ein Turning Point für den frischgebackenen Ex-Alkoholiker und seine aktuell nicht besonders großartig verlaufende Karriere darstellen könnte; weil es gerade passt soll er eher nebenbei auch ein Kurzinterview mit Hervé Villechaize führen, doch durch verschiedene Umstände platzt das Treffen mit dem Politiker und so kreuzen sich die Wege der Hauptfigur und dem kleinwüchsigen Schauspieler erneut und dieser lässt sein komplettes Leben mit einigen Hochs und vielen Tiefs in einer intensiven Nacht Revue passieren.

Bewertung: Wieder mal ungeplant. Hervé Villechaize kennen die meisten durch seine Rolle als Handlanger von Christopher Lee in The Man with the Golden Gun und/oder aus der seichten Serie Fantasy Island. Hier lernt man die bemerkenswerte Geschichte des Menschen dahinter kennen. Und obwohl eine Sichtung nicht geplant war blieb ich interessehalber dran. Dabei ist der fürs Fernsehen produzierte Film selbst gar nicht so besonders toll gemacht, aber die Biographie über eine besondere Person und deren Rise and Fall ist einfach richtig interessant und irgendwie auch wichtig genug nicht in Vergessenheit zu geraten. Besonders ist eben, dass das Ganze auf einer wahren Begebenheit beruht und Villechaize sich kurz darauf das Leben nahm. Stark gespielt natürlich von Dinklage (auch immer die bessere Wahl als dass jemand auf Knien rumrutscht...).
Tabarnac!

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