Tales from the Loop

Hier könnt Ihr über alles diskutieren, was die nationale und internationale Serienlandschaft so hergibt, von A wie Ally McBeal bis Z wie Zurück in die Vergangenheit.
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mondegreen
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Tales from the Loop

Beitrag von mondegreen » vor 3 Monate

Drei Folgen von dieser neuen Amazon-Serie habe ich bislang gesehen und bin, obwohl in den letzten Jahren zum Serienmuffel mutiert - bislang sehr angetan.

Science Fiction prangt als Etikett obenauf, aber es geht, wie wohl in jeder guten Science Fiction, um ganz zentrale menschliche Themen. Die Serie spielt in einer Kleinstadt, anscheinend um das Jahr 1980 herum. Die Episoden sind in sich geschlossen, zugleich aber auch zusammenhängend.

Den Rahmen bildet das titelgebende Loop, ein Forschungszentrum, in dem die Mysterien der Naturwissenschaft ergründet werden sollen. Die Menschen, die im Umkreis des Loop leben, machen kleine, aber fantastische Entdeckungen. Es kommt zu Zeitreisen, Identitätstausch, dem Anhalten der Zeit usw. Das ganze ist eingebettet in sehr persönliche Geschichten um Liebe, Freundschaft, Familie. Oft mit einem leicht melancholischen Unterton. Und dieser Zugang macht es interessant, auch wenn es sich um bekannte Sci-Fi-Topoi handelt.

Die Erzählart ist leise, eher langsam, aber nicht langweilig, sondern entfaltet ihren eigenen Sog. Kamera, Musik und Besetzung sind wirklich gut. Ich werde auf jeden Fall weitergucken.
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Bob
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Re: Tales from the Loop

Beitrag von Bob » vor 3 Monate

Ui. Habe mal kurz die Bildersuche bemüht. Sieht ja fantastisch aus. Count me in!
Halt and Catch Fire
mondegreen
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Re: Tales from the Loop

Beitrag von mondegreen » vor 3 Monate

Ja, ich hätte auch gerne ein paar Bilder eingefügt, bin aber nich so firm. Auf jeden Fall ist die Kameraarbeit toll wie auch die Requisiten und das Art Design. Bin mal auf deine Eindrücke gespannt!
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Bob
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Re: Tales from the Loop

Beitrag von Bob » vor 3 Monate

Muss dich leider enttäuschen als potentieller Mitgucker. Erste Folge hat mir gar nicht gut gefallen, habe nach ca. 30 Minuten das Handtuch geworfen. Das Art Design ist wirklich klasse bzw. eher die Concept Art, weil deren Ausführung dann doch öfters mal mangelhaft ausfiel - besonders dann, wenn vfx völlig unabhängig vom aktuellen Geschehen unvermittelt dazwischen geschnitten wurde. Da merkte man richtig, wie man Mühe hatte die Postproduktion in den fertigen Film zu quetschen. Am besten wirkten die Effekte dann, wenn sie still im Bild standen. Die drei evil towers oder der schneebedeckte Rider im Hintergrund. Glaube als Storyboard oder Graphic Novel hätte ich da mehr Spaß daran.
Zusätzlich fand ich die Figuren und Schauspieler ziemlich blass, mal abgesehen von der Bank Jonathan Pryce. Dadurch wirkten manch unfertig geschriebene Dialoge noch unschlüssiger, als sie es ohnehin schon auf dem Papier hätten tun sollen (bestes Beispiel: My mother works here - wait I make a call ... your mother never worked here. (keinen Name am Telefon genannt, lol?).
Am schlimmsten aber echt die ständig durchdudelnde Musik. Ich glaube in meinen gesehenen 30 oder 40 Minuten gab es keine einzige Szene, in denen die Finger vom Klavier gelassen wurden, um das ganze emotional zu untermauern. Das ging mir so auf den Zeiger!
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Re: Tales from the Loop

Beitrag von mondegreen » vor 3 Monate

Das verstehe ich. Es ging mir eigentlich auch so mit der ersten Folge, dass ich die erste Hälfte sah, ohne besonders involviert zu sein. Zum Schluss hin hat es mich dann doch noch gepackt. Die beiden folgenden Episoden fand ich dann jeweils noch einen Tacken besser, sodass ich sagen würde 1 > 2 > 3. Wobei jede Folge ihr eigenes Thema und ihre eigene Hauptfigur zu haben scheint.
Aber ich kann nachvollziehen, dass man nicht mehr weiterschauen mag, gibt auch einfach zu viel Auswahl/Konkurrenz und zu wenig Zeit (trotz Covid :)).
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