Filmkommentare März 2020

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Kalervo
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Filmkommentare März 2020

Beitrag von Kalervo » vor 6 Monate

02.03. / RTL II

Burying the Ex (Weg mit der Ex) {2014 - Joe Dante} 6

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Ungeplante Zufallssichtung. Max ist mit der Gesamtsituation unzufrieden, sowohl im Privatleben wie auch im Job wird ihm seine Lebens- und Verhaltensweise aufgezwungen und seine äußerlich attraktive Freundin nervt mit ihrer ihm widerstrebenden Denke und Einstellung und es wird schnell klar, dass das Paar keine Gemeinsamkeiten die für eine gesunde Beziehungsbasis notwendig wäre haben. Außerdem nervt sein Halbbruder, auf dessen Hilfe er in Extremsituationen zwar zurückgreift, der ihn aber auch hin und wieder für seine Zwecke manipuliert.

Als nun seine Freundin bei einem blöden Unfall ums Leben kommt, erfüllt sich ein zuvor in Gegenwart einer mysteriösen Flaschengeistfigur getätigter Wunsch und sie kehrt nach einigen Tagen äußerlich zwar etwas derangiert aber doch quicklebendig zurück und ihre Liebe zu ihm ist stärker als je zuvor. Das bringt ihn und seine neue Flamme in Unannehmlichkeiten, bis klar wird, dass gegen eine liebeshungrige Zombie-Ex nur ein Mittel bleibt…

Story ist halbwegs amüsant, ganz unblutig geht das Ganze auch nicht von statten, allerdings weist das Drehbuch unschöne Lücken und Schwächen auf. So bleibt BtE letztlich ein etwas enttäuschender, bestenfalls mittelmäßiger Humorgrusler, der aber immerhin mit sympathischen Figuren punkten kann. Wird dem namhaften Regisseur und seinen früheren Werken in keinster Weise gerecht (oder liegt das an einer verklärten Sichtweise?). Aber schön Yelchin nochmal zu sehen; echt ein Jammer.


04.03. / Netflix

John Wick: Chapter 2 (John Wick: Kapitel 2) {2017 - Chad Stahelski} 5-

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Der erste Teil hat mir ganz ordentlich gefallen, eine Sichtung der Nachfolger drängte sich dennoch nicht sofort auf. Nun hörte ich kürzlich eine nicht uninteressante Besprechung zum dritten Teil, die neugierig machte. Daher musste Teil zwei zunächst nachgeholt werden.

Die Action- und Ballerchoreographien sind sicherlich ganz ordentlich. Was für mich aber den ganzen Film überschattet ist die titelgebende Hauptfigur bzw. ihr Handeln und Sein. Im Grunde ist es ein schwer erziehbares Kind. Man sagt ihm “nein, greife nicht in den laufenden Mixer…“, er tut es dennoch und wundert sich dann über das Aua, zertrümmert als Reaktion dann das Küchengerät in dessen Einzelteile. Das Prinzip wiederholt sich dann noch mit dem Toaster und der Mikrowelle. Beispielhaft die Szene als er Santino jagt und eine Waffe mit nur sieben Patronen erhält, anstatt wohlüberlegt und strategisch vorzugehen tritt er auf wie ein Elefant im Porzellanladen, auf Rollschuhen, verballert das Magazin binnen Sekunden und schaut den Schussapparat entgeistert an. Dämlich auch die eine Szene in dem Duell mit Cassian, Schusswechsel im Vorübergehen…; der Subway-Bahnsteig ist auch menschenleer wenn man es gerade braucht, überhaupt scheint die normale Welt überraschend unbeeindruckt von den Geschehnissen der Hauptfiguren.

Wortkarg und cool will er sein, ebenso stylish. Doch letztlich ist er nur ziemlich tumb und wirkt ganz schön doof. Cool und bedeutungsschwanger auch der Rest des Filmes, die Inszenierung, die Darbietung. Eine Parallelwelt mit eigenen Regeln, in der zwei Drinks an der Bar soviel Kosten wie zwei Maßanzüge. Pathosbeladen, dass es wehtut.

Ne, noch weniger meins als der Vorgänger. Dennoch werde ich mich von meinem ursprünglichen Vorhaben nicht abbringen lassen und Kapitel 3 baldigst nachlegen.
Tabarnac!

Last watched Movies (13.09.2020)
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The man. The myth. The legend. continues + neue Klüngeleien in the Big B

Beitrag von Kalervo » vor 6 Monate

07.03. / Sky Store

John Wick: Chapter 3 - Parabellum (John Wick: Kapitel 3) {2019 - Chad Stahelski} 5

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Kapitel drei knüpft annähernd direkt an die Ereignisse des Vorgängers an, wie überhaupt alle bisherigen Filme nahezu fortlaufend ohne nennenswerte Zeitsprünge auskommen. Und das lässt sich zunächst auch ganz gut an, die Ausgangslage ist klar und der Plot passt auf ein Reiskorn, aber das wird meinerseits durchaus positiv aufgenommen. Denn so fokussiert man sich auf die reinen Schauwerte und lässt die Hauptfigur in mehreren Szenarien gegen verschiedene Häscher antreten. Erst eine choreographisch tolle und einfallsreiche Messerwerfernummer die ins Auge sticht, dann gibt er den Pferdeflüsterer und setzt die arglosen Vierbeiner kreativ als Todeswerkzeug ein.

Doch das Ganze hält nicht lange und so beginnt erneut eine Odyssee voller Schwafeleien und pseudobedeutungsschwangerer Vorgänge und Vieles was mir Stirnrunzeln und leichte Schmerzen vom vielen Kopfschütteln beschert. So vieles was mich einfach nur nervt und ärgert. Schön auch immer wie er auf das Befolgen von Regeln pocht und sich auf deren Einhalten verlässt, welche er selbst längst folgenschwer gebrochen hat (Schuldmünze, Hotel als neutrale Zone).

Was die Hauptfigur alles einstecken kann und wie selbstverständlich jede nochso zahlenmäßig überlegene Spezialeinheit darniedergemetzelt wird, ist schon bemerkenswert. Und wie einfach wäre es gewesen wenn bei der Motorradcrew (zweifelsohne toll anzuschauende Szene mit starken Stunts) einer ein Schießeisen zur Hand gehabt hätte, aber nein die Truppe hat nur einen Exklusivvertrag mit Solingen und so werden lediglich scharfe Klingen gekreuzt; nur mal so als ein Beispiel. Außerdem sind die meisten Feuerwaffen gerade in Casablanca im Einsatz; denn in der großen nordafrikanischen Stadt gibt es eine (lade)hemmungslose Schießorgie inklusive ihresgleichensuchender Munitionsverschwendung; shoot it again, John. Von der Sache mit dem Buchversteck in der öffentlichen Bibliothek fang' ich erst gar nicht an.

Irgendwann mittendrin erwischt man sich dann bei dem Gedanken dass doch bitte einer der zahllosen Widersacher in seinem Bemühen nun irgendwann mal erfolgreich ist und der Spuk ein Ende findet.

Aber der Film ist mehr als bloßer Gewaltporno, (Achtung: Ironie!) so wird der Film bei den Ereignissen in der Grand Central Station sozialkritisch und klagt die Teilnahmslosigkeit der Großstadtgesellschaft an. Oder wie sonst ist die völlige Unreaktion von Pendlern und Touristen zu deuten, als mitten unter ihnen gekämpft und getötet wird; on top sind die Körper der Opfer im nächsten Umschnitt auch schon verschwunden.

Das Ende ist dann der Mount Everest-Gipfel der Unglaubwürdigkeiten, das kann man nicht überleben; oder haben wir es mit einer verkappten Superheldenverfilmung zu tun!? Aber Kapitel vier ist ja schon in der Mache und warum eine gewinnbringende Franchise einer halbwegs stimmigen Entwicklung und realitätsnahem Verlauf opfern.

Schön immerhin Mark Dacascos mal wieder in Aktion zu sehen, auch wenn ich ihn ohne Haare gar nicht erkannt habe.

Wegen der ersten knapp halben Stunde im Vergleich zum Vorgänger eine etwas bessere Bewertung; den Rest kann ich eigentlich nicht ernst nehmen. Aber vielleicht ist genau dies mein Knackpunkt, dass ich die Geschehnisse nicht einfach nur so hinnehme. Und ja um es zuzugeben, ein wenig freue ich mich auch schon auf den Verriss zum Vierten.

„...I am really pissed off!“


07.03. / Netflix

Spenser Confidential {2020 - Peter Berg} 7

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Peter Berg hinter, Mark Wahlberg vor der Kamera und Boston als Kulisse, das Dreigestirn des modernen Actionunterhaltungsfilmes. Dabei ist das Ganze gar nicht so modern, erinnert es doch schnell an ein Werk aus den 90ern, Antiheldheld-Buddywiderwillen-Action-Thriller mit mehr oder weniger brauchbarem Humor und einer tendenziell eher peinlichen Sexualverkehrsszene. Und schnell kommt einem Last Boy Scout in den Sinn, der scheinbar zumindest im Ansatz Pate stand.

Ein bisschen Anlaufschwierigkeiten hatte ich, aber diese verflüchtigten sich ungefähr zur Mitte hin und allesinallem gefiel es dem durchaus nicht alles gelingendem Ex-Cop bei seinem Treiben, unterstützt durch verschiedene Helfer, zuzusehen. Dabei ist sein Handeln auch nicht immer pfadfinderhaft, aber er hat sein Herz am rechten Fleck. Dazu gibt es eine recht beachtliche und zumindest bei jedem Auftritt amüsierende Frauenfigur.

Auch wenn man am End’ den Nährwert des Gesehenen hinterfragen darf und gelegentlich aufblitzt dass das Drehbuch auch aus einem Michael Bay-Film entlehnt sein könnte, insgesamt ausreichend unterhaltend und gefällig. Und Filme mit dem Handlungsort muss ich einfach grundsätzlich schauen.

“Give me the cloud!”
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Re: Filmkommentare März 2020

Beitrag von mondegreen » vor 5 Monate

Hallo, vielleicht liest hier ja noch jemand mit und vielleicht - wenn auch unwahrscheinlich, ach - kann ich durch mein Beispiel auch jemand anderes aus der Reserve locken.

Also, wie so viele bin ich auch beruflich durch die Covid-Krise betroffen und verbringe die Tage zu Hause. Dadurch ist mein Fernsehkonsum von quasi-nicht-vorhanden bis auch fast-wieder-regelmäßig gestiegen. Ein paar Resultate dessen kann ich hier ja festhalten. Meine Hoffnung: siehe oben. Meine realistische Einschätzung: kann zumindest nicht schaden.

Rogue One (Disney +)

Zweitsichtung. Im Kino damals für ganz gut befunden. Jetzt fand ich ihn besser. Vielleicht auch bedingt durch die Episoden VIII und IX, die für mich enttäuschend waren und in der Nachbetrachtung eher weiter abfallen. Damals im Kino war ich in der Mitte des Films fast raus, das hatte ich diesmal nicht. Fand ihn durchgehend gut, den Look toll, vor allem auch im Hinblick zu Teil IV, an den er nahtlos anschließt. Einziger Kritikpunkt ist, dass mir die Figuren eigenartigerweise relativ egal gewesen sind, ausgenommen am ehesten die Protagonistin und der Droide, der einen interessanten sarkastischen Kontrapunkt setzt zu den knuffigen R2D2 und BB-8.


The Mandalorian (Disney +)

Was mich bewogen hat, ein Probeabo bei Disney + zu buchen, war die erste Realserie aus dem Star Wars-Kosmos. Gemeinerweise gibt es die Folgen nur in wöchentlichen Häppchen. Fazit nach den ersten drei Folgen: gefällt sehr und gefällt besser als die jüngsten ("kanonischen") Star Wars-Einzelfilme. Cooler Held (Bösewicht?), interessante Gastauftritte und eine neue faszinierende Facette aus dem Lucas-Universum: die Welt der Kopfgeldjäger nach dem Zusammenbruch des Imperiums. Funktioniert sehr gut als futuristischer Western und die Titelmelodie bleibt auch im Ohr hängen.
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Bob
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Re: Filmkommentare März 2020

Beitrag von Bob » vor 5 Monate

mondegreen hat geschrieben:
vor 5 Monate
gefällt sehr und gefällt besser als die jüngsten ("kanonischen") Star Wars-Einzelfilme.
Das fand ich auch. Ich war generell ziemlich begeistert von der Serie nach den ersten paar Folgen, leider hat meine Euphorie da irgendwann nachgelassen. Oder ziemlich genau mit Folge 4. Die Anleihen aus japanischen Samurai-Filmen sind ja generell ganz cool und geben dem Franchise einen frischen Anstrich, aber dieses 08/15 Seven Samurai fand ich sehr kläglich. Kann aber auch an Bryce Dallas Howard liegen. Finde sie schon als Schauspielerin ziemlich schwach, und nun wohl also auch als Regisseurin. Ich wollte aber eigentlich auch mal mit meinem Disney+ Abo weitersehen, hatte sie zuvor anderweitig geschaut.

Diese Release-Politik US - De ist hoffentlich nur dem verspäteten deutschen Start des Streaming-Anbieters geschuldet, längerfristig wäre das nichts für mich. Da lade ich mir lieber die Sachen dann. Zahlen tue ich aber generell gerne. Nur ich warte keine Monate wenn Folgen in den Staaten längst liefen.
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Re: Filmkommentare März 2020

Beitrag von mondegreen » vor 5 Monate

Bob hat geschrieben:
vor 5 Monate
Das fand ich auch. Ich war generell ziemlich begeistert von der Serie nach den ersten paar Folgen, leider hat meine Euphorie da irgendwann nachgelassen. Oder ziemlich genau mit Folge 4.
Mein Bruder hat mir erzählt, dass er die Folgen 4 und 5 nicht mochte. Dadurch und durch deine Eindrücke war ich wohl etwas vorgewarnt. Fand Folge 4 aber trotzdem, oder vielleicht deswegen, gut, weil meine Erwartungen nicht die größten waren. Okay, die Handlung ist von den Sieben Samurai abgekupfert und auf Fernsehepisodenmaß heruntergedampft. Aber allein Baby Yoda zu sehen, lohnt für mich das Einschalten. :hearts:
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Bob
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Re: Filmkommentare März 2020

Beitrag von Bob » vor 5 Monate

mondegreen hat geschrieben:
vor 5 Monate
Bob hat geschrieben:
vor 5 Monate
Das fand ich auch. Ich war generell ziemlich begeistert von der Serie nach den ersten paar Folgen, leider hat meine Euphorie da irgendwann nachgelassen. Oder ziemlich genau mit Folge 4.
Mein Bruder hat mir erzählt, dass er die Folgen 4 und 5 nicht mochte. Dadurch und durch deine Eindrücke war ich wohl etwas vorgewarnt. Fand Folge 4 aber trotzdem, oder vielleicht deswegen, gut, weil meine Erwartungen nicht die größten waren. Okay, die Handlung ist von den Sieben Samurai abgekupfert und auf Fernsehepisodenmaß heruntergedampft. Aber allein Baby Yoda zu sehen, lohnt für mich das Einschalten. :hearts:
Ich glaube, ohne jetzt den Rest bisher gesehen zu haben, das ganze krankt halt leider wieder daran, eine bestimmte Anzahl an Episoden füllen zu müssen / zu wollen. Ok, Mandalorian hat jetzt 'nur' 8 Folgen, was ja schon mal ganz gut ist. Aber ich finde ganz generell, dass dieses Muster 12 bis 13 Episoden erzählen zu wollen, um klar zu machen, dass es sich um eine Qualitätsserie handelt, langsam hinterfragt werden könnte. In den ersten Quali-Serien hat das super gut funktioniert, The Wire, The Sopranos usw. usf. , aber ich merke regelmäßig in den letzten Jahren, dass das viele Serien einfach nicht tragen können. Da sind dann meist die ersten zwei Folgen und die letzten zwei Folgen sehr sehr gut und dazwischen wird gefüllt. Meiner Mutmaßung nach, weil der Showrunner die Serie etabliert und die Eckpunkte des Scriptes festlegt oder selbst schreibt und dann wird geguckt, wie man mit beinah-one-shot Folgen das ganze strecken kann. Und da kommt dann sowas bei raus wie Folge 4 von Mandalorian, wo die Qualität des Sciptes in etwa einer Folge Xena: Warrior Princess aus den 90er Jahren entspricht. Deswegen schaue ich keine dramas auf networks, auch wenn da Marvel drauf steht (looking at you Agents of Shield).
Bin da mittlerweile mehr Fan vom UK-Vorbild mit 6 oder sogar nur 3 Folgen. Das klingt im Vergleich mega wenig und trotzdem wird dort oft das nötigste und mehr erzählt. Demletzt erst das Phänomen mit Top Boy wieder erlebt. Erste beiden Seasons von Channel 4 mit jeweils 3 Episoden. Richtig, richtig großartig. Dann das Netflix-Revival Staffel 3 mit gleich mal 10 Folgen. Anfang noch gut, dann geht dem ganzen wie ein Ballon die Luft aus. Voll schade.

Aber wie gesagt, schaue trotzdem weiter. Fand den Start fantastisch gut. Dieser Okami-Vibe und wie gut das in das Star Wars Setting eingebaut wurde. Saugeile Sets, Puppen-Tricks und guter Humor. Der ganze Style an sich ist auch schon so mords unterhaltsam, gekrönt von den Comic-End-Credit-Cards.
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Re: Filmkommentare März 2020

Beitrag von mondegreen » vor 5 Monate

@Bob
Diesen Eindruck hatte ich auch in meiner heftigen Serienphase, die vor ca. fünf Jahren abebbte. Manche Drehbuch-Idee trägt einfach nicht für eine vielepisodige Serie und wäre besser als Spielfilm inkarniert worden. Wobei ich nicht sagen will, dass ein Serienschnellschuss unbedingt einen guten abendfüllenden Film abgeben würde. :)
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Die Perfiden des März I

Beitrag von Kalervo » vor 3 Monate

08.03. / Netflix

Demolition {2015 - Jean-Marc Vallée} 8+

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PlotineinemSatz: Als die Ehefrau von Davis Mitchell bei einem Verkehrsunfall stirbt gerät sein bisheriges Leben nachvollziehbarerweise gehörig aus den Fugen, insbesondere das Verhältnis zu seinem Schwiegervater leidet stark, auch weil er sich nicht so verhält wie es gesellschaftlich angesehen ist und er keine sichtbare Trauer zeigt, und so widmet er sich dem Auseinandernehmen und Zerstören von Gegenständen und Objekten und erst das zufällige Kennenlernen einer Frau und ihres Sohnes scheint einen Wendepunkt in Davis’ Abwärtslauf bilden zu können.

Bewertung: Jake Gyllenhaal beweist mal wieder eine gelungene Auswahl besonderer Rollen in besonderen Filmen; einfach gesagt beweist er erneut was für ein außergewöhnlich guter Darsteller er ist. Der Film besticht durch eine tolle Balance zwischen Dramatik, gutem und unerwartetem Humor, sowie besonderer Charaktere und ebensolchem Verlauf. Er zeigt ebenso starke wie auch schöne Bilder. Außerdem hat er mich emotional total erwischt, Mission: tearjerker - accomplished. Doch die Tränen sind nicht allein Ausdruck von Traurigkeit sondern waschen angestaute schlechte Emotionen aus der Seele heraus und man fühlt sich danach wie nach einem Feelgoodmovie und voller Tatendrang. Nennenswert auch die gute Leistung von Jungtalent Judah Lewis.

„It’s the atmosphere!”


08.03. / Sky Store

Hotel Mumbai {2018 - Anthony Maras} 7-

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PlotineinemSatz: Im November 2008 finden an mehreren Stellen in Mumbai Anschläge extremistischer Terroristen statt, eines ihrer Ziele ist ein prachtvolles Hotel in welchem Bedienstete und Gäste zu Geiseln werden.

Bewertung: Der Gewinner des Publikumspreises beim Fantasy Filmfest 2018. Was ich ehrlich gesagt auch nach der Sichtung noch nicht gänzlich nachvollziehen kann. Bei Filmen die auf wahren Begebenheiten beruhen, insbesondere wenn sie einen tragischen Hintergrund haben, ist eine Bewertung nicht selten schwierig. Ich muss zugeben von diesem Ereignis nicht gewusst bzw. mich nicht daran erinnert zu haben. Insoweit scheint ein filmischer Reminder notwendig. Abgesehen von dem wichtigen Inhalt kann ich aber keine außergewöhnlichen Pluspunkte finden, so ist es ein gut gemachter aber eher unbesonderer Film. Allerdings wie gesagt zeithistorisch von Belang.


17.03. / Sky Store

Joker {2019 - Todd Phillips} 7

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PlotineinemSatz: Gotham City Anfang der 80er, der erfolglose Gelegenheitsjobber und Partyclowndarsteller Arthur Fleck, der im Leben bislang etliche Nackenschläge und Erniedrigungen erleben musste möchte seinen Lebenstraum, eine erfolgreiche und beachtete Standupcomediankarriere, vorantreiben und nutzt bestehende soziale Spannungen um dies zu erreichen und dabei seinen angestauten Frust in radikale Gewalt zu kanalisieren.

Bewertung: Einer der vier vielleicht bislang wichtigsten Filme des Jahres die ich unbedingt auch sehen wollte und mit denen sehr hoch hängende Vorschusslorbeeren einhergingen. Und während die beiden im Mai gesichteten Filme dieses Quartetts (Achtung Spoiler) sehr gefielen, konnten mich die beiden März-Filme nicht vollends überzeugen.

Zweifelsohne ist Phoenix’ Darbietung zurecht preisgekrönt worden, auch jenseits des reinen Jahresvergleichs ist die Performance im obersten Bereich anzusiedeln, auch wenn sich solche Superlative aus dem Moment heraus immer schnell formulieren lassen. Aber die reine Story als solche, bei aller gerechtfertigter Gesellschaftskritik und gut gesetzter Härte, hat für mich nahezu keine besondere Entwicklung oder Überraschung zu bieten. Das aber wie gesagt auch unter dem Eindruck einer mehr als überdurchschnittlichen Erwartungshaltung. Und es ist ja auch kein schlechtes Werk, nur für mich persönlich auch bei weitem kein Überfilm.


18.03. / DVD

Gisaengchung (Parasite) {2019 - Joon-ho Bong} 7

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PlotineinemSatz: Eine vierköpfige Familie die in ärmlichen Verhältnissen lebt und über die Jahre gelernt hat auch dank einfallsreicher und raffinierter Kniffe und Schwindeleien sich über Wasser zu halten, erhält durch einen Freund des Sohnes die Gelegenheit sich an dem schönen Leben eines neureichen Paares parasitär anzuhaften und von deren scheinbar unbeschwertem Lebensstil zu profitieren, wobei sie sich dank diverser Schweinigeleien immer tiefer bei der Wirtsfamilie einnisten.

Bewertung: Und da ist schon der zweite Beitrag des zuvor erwähnten vierblättrigen Filmkleeblatts. Auch hier kann mich der Film nicht über ein ordentliches Maß hinaus begeistern. Und wieder spielt die Erwartungshaltung (leider?) eine bedeutende Rolle.

Klug ist das Ganze, bei aller Vielschichtigkeit stets stimmig und wohl auch aufgrund der Gesellschaftskritik, welche nicht nur mit dem Holzhammer eingebläut wird, nicht unbedeutend. Aber ich hatte fast durchgehend Probleme richtig in die Sache reinzukommen und konnte mich auch emotional an die Figuren nicht andocken. Und auch wenn ich koreanischen Produktionen und dem Umstand dass sie meist Anti-happyendig sind durchaus zugetan bin, fand ich das Finale hier sehr unangenehm. Das dies bewusst und gewollt geschieht macht es dabei für mich kaum besser. Wobei der Text jetzt deutlich schlechter klingt als es der Film eigentlich ist. Sehenswert ist das Ganze allemal und so kann und soll sich jeder sein eigenes Urteil bilden (gilt ex aequo auch für Joker). Genug Gedankenanstöße bietet die durchaus auch sehr ernste Satire zweifelsohne und möglicherweise ist ein Detailwissen über die koreanische Gesellschaft sicher nicht von Nachteil für eine bessere Empfindung und Würdigung des vielgelobten Werkes.

Vielleicht ist auch eine gewisse Storyentwicklung als Schlüsselszene insofern zu benennen, dass diese für etliche Zuseher ein überaus gelungener Plottwist ist, der schlussendlich den Weg für das Großartigfinden des Films ebnet, während mich dies nicht vollends begeistern konnte und insbesondere im Moment der Sichtung eher reinstes Unverständnis (ungeschicktes Wort in dem Fall, aber mir fällt kein besserer Begriff ein) hervorrief.


18.03. / ZDF

The Girl on the Train {2016 - Tate Taylor} 5-

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PlotineinemSatz: Rachel, Alkoholikerin und beziehungsgescheitert, pendelt täglich mit dem Zug nach Manhattan und beobachtet dabei auf der Strecke neidvoll ihr früheres Nachbarpärchen; als sich ein mögliches Verbrechen an der Hausbewohnerin andeutet beginnt sie eigene Nachforschungen anzustellen.

Bewertung: Schien in der Vorschau ein recht passabler Thriller mit leichten Christie’schen Anleihen zu sein. Hat mich aber komplett nicht erreicht. Die Figuren sind mir schnell komplett egal, der kriminalistische Teil ist nahezu uninteressant und das Ganze trieft nur so von pseudobedeutungsvoller Wichtigkeit. Hier ahnt man früh, und dafür darf man mich meinetwegen beshitstormen, dass die geschriebene Vorlage von einer Frau stammt. Und das hat sich dann bei der Nachschau bestätigt. Dieser Umstand ist selbstredend kein Kriterium an sich, aber in dem Fall zeigen sich negative Begleiterscheinungen davon. Ein filmgewordener Brigitte-Artikel der sich, und das ist von allem das Schlimmste, richtig ernst und wichtig nimmt.


26.03. / Sky

Spider-Man: Far from Home {2019 - Jon Watts} 6-

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PlotineinemSatz: Peter Parker aka. der Spinnenmann hat auch auf einer Klassenreise nach Europa keine Ruhe und so trifft es sich ganz gut, dass ihm bei einem offenbar außerirdischen Angriff ein bislang unbekannter extraterrestrischer Superheld zu Hilfe kommt, doch als die Schlacht zum Guten entschieden zu sein scheint gehen die Probleme erst richtig los.

Bewertung: Für mich gibt es eigentlich nur einen wahren filmischen Spider-Man und so stehe ich dem Rebootreboot eher skeptisch gegenüber, auch wenn der erste Film ganz ordentlich war und die Figur und der Darsteller in dem geschaffenen Marvelkosmos durchaus seine Berechtigung haben und letztgenannter nicht unsympathisch ist. Die Konstellation dass es sich hier noch um Schüler handelt gefällt als Ausgangslage schon mal nicht, so scheint man sich nur an eine als wichtig angesehene Zielgruppe heranwanzen zu wollen und das Ganze kann letztlich nur als laues Teeniefilchen eingestuft werden. Andererseits ist es der erste Film der neuen Phase und rückt allein deswegen schon in eine gewisse Bedeutsamkeit. Immerhin gibt es mit Gyllenhaal einen starken Akteur zu verfolgen und so ist die Zeit nicht gänzlich vertan. Das Ganze funktioniert für mich insgesamt nicht, so ist zum Beispiel die Erklärung weshalb kein anderer Avenger zu Hilfe kommt recht dünne. Ne, nicht mein Spidey, und schon gar nicht meine MJ. Far from view bitte.
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Die Perfiden des März II

Beitrag von Kalervo » vor 3 Monate

28.03. / Sky Store

Zombieland: Double Tap (Zombieland 2: Doppelt hält besser) {2019 - Ruben Fleischer} 7

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PlotineinemSatz: Die aus dem ersten Teil bekannten vier Zombieapokalypseüberlebenden haben sich im Weißen Haus einen festen Wohnsitz eingerichtet, doch ohne die Ablenkung eines täglichen Überlebenskampfes kehren Unzufriedenheit und Überdruss ein und so beschließen die beiden Damen sich heimlich vom Acker zu machen um anderswo ein zufriedenstellenderes Dasein zu erleben, wodurch allerlei abenteuerliche und lebensgefährliche Ereignisse in Gang gesetzt werden.

Bewertung: Das Original mochte ich seinerzeit sehr und so ergab sich schon eine gewisse Vorfreude ob der Weiterführung der liebgewonnenen Charaktere. Aber man merkt schnell dass einfach zu viel Zeit vergangen ist und man das Gefühl von damals nicht gleichermaßen künstlich reproduzieren kann. Natürlich ist im zweiten Teil die Dimension noch etwas größer und so sorgen hauptsächlich einige Gastauftritte für die Highlights. Alles sauber und ohne Beanstandungen gemacht und als Erstsichtungs-Double Feature ergibt sich sicher ein vergnüglicher und unterhaltsamer Abend, doch die lange Pause hat dem Ganzen nicht gut getan und so ist es diesmal kein absoluter Volltreffer. Auch fragt man sich nach der Notwendigkeit für eine Fortführung insbesondere unter Beachtung des zeitlichen Zwischenraums. Einen weiteren Teil bräuchte ich nicht, wenn überhaupt dann eher vielleicht ein Spin-Off mit den Figuren von Wilson und Middleditch.


28.03. / Sky

End of Watch {2012 - David Ayer} 7

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PlotineinemSatz: Wir verfolgen den Berufsalltag (sowie auch Privatkram) zweier Cops des LAPD, deren Einsatzgebiet der Problembezirk South Central ist.

Bewertung: Geht für mich in die Richtung Training Day, und den mag ich ja sehr, oder auch andere Filme des Regisseurs (Street Kings; Harsh Times) weisen Ähnlichkeiten in Inhalt und Machart auf. Besonders hier die tolle Kameraarbeit, was auch durch das Verwenden einer Handkamera erreicht wird. Wirkt recht authentisch und zeigt also nicht nur die Schokoladenseiten der Polizei. Damit sind natürlich auch die Hauptfiguren keine strahlenden Saubermänner, aber als Zuschauer begleitet man sie trotzdem mit Interesse.

"So, Mr. Big Evil, why do they call you ‘Big Evil’?"
- "Because my evil is big!"


28.03. / Pro7 Fun

World War Z {2013 - Marc Forster} 6-

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PlotineinemSatz: Der Planet wird von zombieartigen Infizierten überrannt und so muss sich die verbliebene Menschheit einen sicheren Unterschlupf suchen und die Politik und zuständigen Behörden einen passender Impfstoff finden, wozu der frühere UN-Mitarbeiter Lane auserkoren wird der fortan um die halbe Welt reist die Hintergründe der Pandemie zu eruieren und ein Gegenmittel zu organisieren.

Bewertung: Hochglanzzombiefilm in Videospieloptik der einen allerdings nahezu komplett kühl lässt. Eindrucksvolle Bilder teils, aber die Versuche die Misere auf das menschliche Schicksal herunterzubrechen gehen nicht komplett auf. So wird der Film seinem nicht so guten Ruf für mich gerecht und auch wenn es nicht schadet, aber kein Film den man nicht verpassen darf.



29.03. / Prime Video

The Pool {2018 - Ping Lumpraploeng} 4

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PlotineinemSatz: Day ist ein unbedeutender Helfershelfer bei einer Filmproduktion, nach Ende eines Drehs in einer Privatvilla chillt er noch im großen Swimmingpool des Anwesens, dummerweise wird dort der flüssige Inhalt langsam abgelassen und als er erwacht ist der rettende Beckenrand nicht mehr zu erreichen, damit nicht genug bekommt er bald Besuch von einem hungrigen Großreptil und als eine weitere Person sich unfreiwillig hinzugesellt muss er mehrere Probleme auf einmal händeln.

Bewertung: Hätte ich alle Filme dieser Welt auf DVD und thematisch grob geordnet würde er wohl im Bereich mit Open Water sowie Frozen abgestellt sein (wobei ich strenggenommen eine rein alphabetische Sortierung bevorzugen würde aber das ist eine andere Geschichte...). Solchen interessanten, Im Grunde auf einen Bierdeckel passenden Ausgangsszenarien bin ich durchaus zugetan und ein thailändischer Film fehlte mir zudem noch auf meiner Filmländerliste (damit btw. #42). Das Ergebnis überlässt einen dann allerdings nicht mehr in euphorischer Gemütslage, auch und vor allem weil die Drehbuchschwächen einfach eklatant sind. Das beginnt schon mit der Ausgangslage in welche die Hauptfigur trotz deutlicher Warnung gerät. Die Nebengeräusche, mal zum Vor- mal zum Nachteil des Protagonisten, sind mit auffällig zufällig noch sehr wohlwollend umschrieben und lassen einen irgendwann nicht mal mehr die Stirn runzeln. Der ständige Versuch die Geschichte voranzubringen und immer neue Wendungen zu konstruieren mag im Ansatz anständig sein scheitert dabei aber mehrfach und somit steht sich das Ganze nur selbst im Weg.


29.03. / Netflix

Gangster Squad {2013 - Ruben Fleischer} 7+

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PlotineinemSatz: Los Angeles 1949, die Mafia hat die Stadt mittlerweile dermaßen im Griff dass die Polizeibehörde die Kontrolle verloren hat, so scheint das einzige Gegenmittel eine Sondereinheit, welche auf Augenhöhe mit dem organisierten Verbrechen operieren kann da sie über die sonst für sie geltenden Gesetzesgrenzen hinausgehen dürfen und sollen, wodurch es zu einer Art Kleinkrieg zwischen diesen beiden Gruppierungen kommt.

Bewertung: Die Zeit um die goldenen 50er schön eingefangen in Settings, Designs, Mode etc. ist dies ein äußerst gut gemachter und auch spannender Thriller mit ordentlichen Schießereien und natürlich auch einer Lovestory. Bis in die Nebenrollen namhaft besetzt ist das von A bis Z eine runde Sache und bietet keinerlei Grund für Mäkeleien.


31.03. / Netflix

Article 15 {2019 - Anubhav Sinha} 7

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PlotineinemSatz: Ein hochrangiger Polizist aus der Großstadt wird in die ländliche Provinz nach Nordindien versetzt wo er gleich in einem Fall von mehreren zunächst verschwundenen Mädchen ermitteln muss, dabei trifft er sowohl bei der Bevölkerung als auch innerhalb der eigenen Reihen auf Widerstände, welche vor allen in dem bestehenden Kastensystem und die damit verbundene „Rangordnung“ der Opfer und möglicher Täter begründet sind.

Bewertung: Aufgrund des Themas ein nicht unwichtiger Film der die Auswirkungen eines Kastensystems aufzeigt. Sehr ausführlich beschreibt der Film seine Geschichte und bietet u. a. auch schöne Bilder und bewegt den Betrachter auch emotional.
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