The Usual Experience

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TheUsualSuspect
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In aller Kürze...

Beitrag von TheUsualSuspect » vor 1 Jahr

Es haben sich ein paar gesehene Filme angesammelt. Also dann im Schnelldurchlauf:


Headshot
Indonesien 2016 | R: Kimo Stamboel, Timo Tjahjanto | D: Iko Uwais, Chelsea Islan, Sunny Pang, Julie Estelle

Kampfaction mit Iko Uwais. Story ist dünn, die Kämpfe sind okay mehr aber auch nicht. In der Inszenierung wird großer Wert auf explizite Brutalität gelegt. Es hätte mir besser gefallen, wenn statt dessen die anderen Bereiche überzeugender gewesen wären. Wann macht Gareth Evans The Raid 3?


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Train to Busan (Busanhaeng)
Südkorea 2016 | R: Sang-ho Yeon | D: Yoo Gong, Yu-mi Jung, Dong-seok Ma

Ein erfolgreicher Zombiefilm steht und fällt für mich mit der Darstellung der Zombies. Ich ziehe da klar die klassischen langsameren und grundsätzlich berechenbaren Gesellen vor. Die modernen Speedys verursachen bei mir immer noch Abneigung und auch wenn die Handlungstriebe allzu beliebig werden, je nachdem welchen Effekt man gerade im Film braucht, muss ich die Augen verdrehen. Leider gibt es im Zug nach Busan hauptsächlich was vom letzteren, was den Eindruck für mich deutlich trübt. Das apokalyptische Szenario drumherum finde ich eigentlich gar nicht so schlecht und die Charaktere sind zwar etwas trashig aber dafür auch nicht so schlecht verteilt. Hat Unterhaltungspunkte.


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Die Unglaublichen (The Incredibles)
USA 2004 | R: Brad Bird | S: Craig T. Nelson, Samuel L. Jackson, Holly Hunter

Ein nach wie vor amüsanter take auf das Superheldendasein. Der Film weiß auch seine Geschichte gut zu erzählen, das Mystery- und Undercover-Flair hat mir gut gefallen. Auch der Inszenierungsstil hebt sich dabei gut hervor. Technisch merkt man, dass die Animationen ein paar Jahre auf dem Buckel haben.


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Das Vermächtnis des Weißwedelhirschjägers (The Legacy of a Whitetail Deer Hunter)
USA 2018 | R: Jody Hill | D: Josh Brolin, Danny McBride, Montana Jordan, Carrie Coon, Scoot McNairy

Deutlich underwhelmed. Mit seiner guten Besetzung trödelt der Film auf einem Pfad eines Vater-Sohn-Annäherungsdramas mit komödiantischen Elementen daher ohne jemals richtig zu zünden. Das fühlt sich in seiner Ausrichtung etwas verloren an. Für ein Drama werden da lediglich Klischees bemüht ohne dass einem die Figuren da jemals besonders nahe kommen. Im Bereich Comedy lässt der Weißwedelhirschjäger statt absurden oder überraschenden Momenten lediglich zaghafte Gagversuche zum Zug kommen. Diesmal kein Plus für die Hill-McBride-Combo.


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Black Panther
USA 2018 | R: Ryan Coogler | D: Chadwick Boseman, Michael B. Jordan, Lupita Nyong'o

Deutlich underwhelmed. Die gerade anfänglich in der Presse schon teilweise überschwenglichen Lobhudeleien wird der neue eigentlich wieder recht typische Marvel-Film nicht gerecht und ist wohl nicht unerheblich dem Marketing und der gekonnten Platzierung durch die Strategen von Marvel/Disney zu verdanken. Der Film wurde gerne als großer Diversity-Beitrag verkauft, ist aber in Wahrheit ein ganz banaler Marvelstreifen. Ein bischen König der Löwen-Geschichte, etwas mit (Black) Power und (Black) Responsibility, bitte noch deutlich zu sehende starke Frauenparts und dann hat man doch seine Hausaufgaben gemacht. Viel Wumms und CGI dabei und der Blockbuster steht. Nur ist das irgendwie auch langweilig.


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Flucht von Alcatraz (Escape from Alcatraz)
USA 1979 | R: Don Siegel | D: Clint Eastwood, Patrick McGoohan, Roberts Blossom, Fred Ward

Knast- und Ausbruchsfilme sehe ich ganz gerne. Diesen Genreklassiker habe ich bislang immer verpasst. Leider wirkt der Film für mich ein wenig in die Jahre gekommen. Bei dem krassen Zeug, dass ich mittlerweile aus moderneren Zeiten des Genres gesehen habe, wirkt vieles in dieser Erzählung dagegen relativ harmlos. Dabei ist er aber auf jeden Fall von Don Siegel stabil inszeniert und auch gut besetzt.


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Sicario 2 (Sicario: Day of the Soldado)
USA 2018 | R: Stefano Sollima | D: Benicio Del Toro, Josh Brolin, Isabela Moner, Catherine Keener

Mit der subtilen und spannungsgeschwängerten Inszenierung von Denis Villeneuves erstem Teil kann Sicario 2 nicht mithalten. Dabei erlebte ich aber immer noch einen ganz stabilen und unterhaltsamen Thriller. Diese verdeckten Operationen im mexikanisch-amerikanischen Grenzgebiet liefern ein spannendes Umfeld, der Film wirkt teilweise etwas actionorienterter und erfüllt dabei mehrere Grundvoraussetzungen. Sicario 2 ist nichts Großes, aber ist durchaus ein ansehbarer Action-Thriller.


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Monsieur Claude und seine Töchter (Qu'est-ce qu'on a fait au Bon Dieu?)
Frankreich 2014 | R: Philippe de Chauveron | D: Christian Clavier, Chantal Lauby, Ary Abittan

Lustspielige Komödie um ethnische Integrationswirrungen. Als ernstzunehmenden Beitrag zum Integrationsthema kann ich das nicht sehen. Wenn es sowieso allen gut geht, ist auch Integration nicht so schwierig.
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The World's greatest Grandma.

Beitrag von TheUsualSuspect » vor 1 Jahr

Ant-Man and the Wasp

USA 2018
Regie: Peyton Reed
Darsteller: Paul Rudd, Evangeline Lilly, Michael Douglas, Michelle Pfeiffer, Michael Peña, Walton Goggins, Hannah John-Kamen, Lawrence Fishburn

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Was mir bei den Ant-Man Filmen gut gefällt, ist der Blickwinkel weg von den globalen bzw. interdimensionalen Allherrschaftsthemen, die andere Marvel-Ableger in den Fokus nehmen. Auch im zweiten Teil von Ant-Man erstreckt sich der Sichtbereich weitestgehend auf eine Stadt und eher persönliche Schicksale der agierenden Helden. Dabei wird eine unterhaltsame und abwechslungsreiche Geschichte erzählt, ich hatte das Gefühl die Drehbuchschreiber konnten mit den Charakteren was anfangen und einiges an kreativer Gestaltung entwickeln. Man erkennt sie schnell wieder und lernt alsbald weitere Dimensionen von ihnen kennen. Da zeigt sich Ant-Man and the Wasp auch wieder gut verknüpft mit dem restlichen MCU.

Ant-man and the Wasp zeigt sich an vielen Stellen locker-komödiantisch, eine Seite die für mich sympathisch und sehr unterhaltsam rüberkommt. Das liegt auch an der gelungenen Besetzung, sprich: das harmonierende Hauptdarstellerduo Paul Rudd und Evangeline Lilly (könnte mir kaum eine bessere Besetzung für die Wonderful Wasp vorstellen), die großartigen Alt-Stars Michael Douglas und Michelle Pfeiffer und all die anderen. Die X-Cons funktionieren wunderbar als comic relief. Nach dem Black Panther mich relativ kalt ließ, zieht mich Ant-Man and the Wasp wieder ein gutes Stück näher ran in die Welt des MCU.
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2019

Beitrag von TheUsualSuspect » vor 1 Jahr

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"You're a wizard, Harry!"

Beitrag von TheUsualSuspect » vor 1 Jahr

Harry Potter und der Stein der Weisen
(Harry Potter and the Sorcerer's Stone)

USA 2001
Regie: Chris Columbus
Darsteller: Daniel Radcliffe, Emma Watson, Rupert Grint, Richard Harris, Maggie Smith, Alan Rickman

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Zum Ende des letzten Jahres schwächelte es hier wieder mit Beiträgen. Allerdings habe ich auch vor allem in den letzten zwei Monaten kaum etwas gesehen. Einige Shows oder Serienepisoden waren dabei, aber Harry Potter war jetzt tatsächlich der erste Film in diesem Jahr. Zeitlich halten mich die Arbeit und ein berufsbegleitendes Studium gebunden und man glaubt es kaum, seit Dezember steht bei uns noch ein Baby im Haus. Das heißt, es liegt oder wird getragen. Es liegt da auf der Hand, dass sich in dieser Organisation derzeit auch meine Mediennutzung und -orientierung neu ausrichtet, ich bin mir aber sicher, dass sich hier und da aber auch Gelegenheiten für Filmbetrachtungen bieten.

Harry Potter hatte ich zuletzt zwischendurch mal angesehen, weil ich in der letzten Zeit erneut einmal die von Stephen Fry ausgezeichnet eingesprochenen Hörbücher genieße und ich beim Durchstöbern den Film als verfügbaren Stream erblickte. Da ich gerade einfach was unterhaltendes suchte und kurz neugierig war, wie sich diese Filmerfahrung zur letzten Sichtung halten würde, die ein paar Jahre zurück liegt, sah ich mir Harry Potter und den Stein der Weisen an. Mein aktuelles Fazit lautet, auch dank seines Erfolges bleibt Harry Potter ein junger Fantasyklassiker. Der Film stellt eine in verschiedener Hinsicht gut gemachte Visualisierung des schönen Buches dar, auch wenn manche Effekte technisch mittlerweile etwas überholt wirken. Die medienbedingten inhaltlichen Abstriche bedauere ich persönlich sehr, generell funktioniert der Film aber gut mit seinem Fokus auf das sympathische Trio, dass sich erfinderisch mit Einflüssen durch Opposition sowie Unterstützern durch das Abenteuer schlägt. Im Grunde bleibe ich dabei bei meiner letzten Einschätzung, die sich in meinem damaligen FTB-Eintrag nachlesen lässt: <The boy who lived>.
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Re: The Usual Experience

Beitrag von TheUsualSuspect » vor 6 Monate

Es ist 2020!
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Time is the Enemy

Beitrag von TheUsualSuspect » vor 6 Monate

1917

Großbritannien, USA 2019
Regie: Sam Mendes
Darsteller: Dean-Charles Chapman, George MacKay, Colin Firth, Mark Strong, Benedict Cumberbatch


Die erste Kinosichtung in diesem Jahr. Unter anderem stellte sich mir zu dem Film folgende Frage: Wird 1917 ein Film über den man nur seiner Methode wegen sprechen wird? Nach meinem persönlichen Standpunkt kann es schon mal schwierig werden, wenn die Machart eines Films so präsent vor Augen steht, dass einem der Blick auf das gesamte Filmerlebnis versperrt wird. Punktuell habe ich es auch bei dieser Filmsichtung erlebt, wie ich bemerkte dass meine Betrachtung immer wieder in die Metaebene sprang. Letztendlich kam ich aber glücklicherweise zu dem Standpunkt, dass ich es akzeptieren sollte, wenn sich der Regisseur entscheidet eine Geschichte aus einer ganz bestimmten Perspektive zu erzählen und es mehr ist als eine professionelle Fingerübung. Das künstlerische Recht sollte man den Verantwortlichen lassen und das ist bei 1917 auch ganz gut so. Letztendlich fand ich diesen Standpunkt und konnte dem Film insgesamt ohne gravierende Ablenkungen folgen und in ihn eintauchen.

Am Ende führt das bei 1917 ohnehin zu dem Ergebnis, dass sich technische und inhaltliche Aspekte adäquat ergänzen. Hand in Hand gehend führt das zu einem originalem und originellen Filmerlebnis. An und für sich wird eine ganz geradlinige Kriegsgeschichte erzählt, aber in der Art wie man die Geschichte in praktisch Echtzeit und dem gewählten visuellen Bildausschnitt, der stur bei den Protagonisten verharrt, wahrnimmt, gelingt die Immersion und ich fühlte mich immer mittendrin im Geschehen. Mir hat es gut gefallen, wie man mit dem Spannungsbogen umgeht. Zu beginnt findet eine gute Orientierung statt, fortlaufend bleiben Charaktere und Spannungsentwicklung in Bewegung, um dann am Ende noch mal deutlich packend in ein gelungenes Finale zu münden.

Was bleiben noch für Eindrücke? Gut gefallen hat mir, wie zwischen dem eindrücklich vermittelten Wahnsinn des Krieges kontrastierende Momente der Menschlichkeit und Schönheit auffallen. Gut fand ich auch, dass die Hauptdarsteller eher weniger bekannte Schauspieler waren und wichtige Nebencharaktere von erfahrenen Darstellern mit einigem Format besetzt waren. Das hat das an sinnvollen Stellen irgendwie etwas eindrücklicher für mich gestaltet. Insgesamt war das ein gut gemachtes gelungenes Filmerlebnis. Ein Kriegsfilm, den man so noch nicht gesehen hat.
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