The Usual Experience

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The Usual Experience

Beitrag von TheUsualSuspect » vor 1 Monat

Hallo zusammen. Eine Ära ist zu Ende gegangen, seitdem das alte Filmforum Moviemaze seine Pforten geschlossen hat. Offiziell jedenfalls, momentan kommt man ja noch ran aber der Stecker dürfte jederzeit gezogen werden, vielleicht nachdem der Praktikant mit dem Kaffee kochen fertig ist. Gerade vor Toresschluss habe ich mein lange geführtes FTB von Moviemaze noch mal in ein neues Refugium überführt, nämlich hier in den Filmirrgarten. So bleiben alle meine (zumindest für mich persönlich) wertvollen Ergüsse erst mal bis auf weiteres erhalten.

Ich nutze den Zeitpunkt einfach mal für einen neuen Anlauf, um regelmäßig meine Filmeindrücke in Blogeinträgen festzuhalten und entscheide mich an dieser Stelle einen Schnitt zu machen und ein neues FTB aufzumachen. In der Hoffnung, dass ich trotz meiner derzeitig anhaltenden sonstigen zeitlichen Auslastung es wieder schaffe regelmäßig Zeit für die Pflege dieses Projektes aufzubringen. Auf jeden Fall ist das der Plan.

Genug geplappert. Für alle alten und möglicherweise neuen Leser ein herzliches Hallo und Willkommen, viel Vergnügen mit meinem neuen (noch) unbetitelten Filmblog.



<edit:11/04/2018> Das FTB hat einen Namen: The Usual Experience
<edit:27/04/2018> Es steht wieder ein Index aller hier gesehenen Filme zur Verfügung. Diesmal zwar nicht verlinkt, aber die Titel lassen sich ganz einfach mit der Suchfunktion des Forums finden.



INDEX

Bright

Das hält kein Jahr (I Give it a Year)

Gladbeck

Hellboy
Hellboy - Die goldene Armee (Hellboy II: The Golden Army)

The Jungle Book

Die Legende der Wächter (Legend of the Guardians: The Owls of Ga'Hoole)

Ready Player One

Die schrillen Vier auf Achse (National Lampoon's Vacation)

Tomb Raider
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Als die Medien ihre Unschuld verloren...

Beitrag von TheUsualSuspect » vor 1 Monat

Gladbeck

Deutschland 2018
Regie: Kilian Riedhof
Darsteller: Sascha Alexander Gersak, Alexander Scheer, Marie Rosa Tietjen, Martin Wuttke, Zsa Zsa Inci Bürkle, Lilli Fichtner

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Ein neues Filmforum und darüber gleich von zwei Seiten eine Empfehlung auf diesen TV-Film aufgeschnappt. Das ist doch ein guter Einstieg. Das Gladbecker Geiseldrama war eines dieser Ereignisse, dass ich in meiner Kindheit damals wahrgenommen habe und mich auch nach all den Jahren an einige Einzelheiten noch gut erinnern kann. Offenbar weil der Fall damals so unglaubliche Ausmaße angenommen hatte. Eine gut verfilmte Zeitgeschichte wollte ich mir da doch gerne ansehen.

Gefallen hat mir, dass man sich in der Produktion zu großen Teilen doch sehr an den zur Verfügung stehenden dokumentarischen Fakten orientiert hat und weitgehend auf filmtypische klischeehafte erfundene Dramaturgien verzichtete. Regisseur Kilian Riedhof wählt eine soweit möglich wertungsarme Darstellung der Geschehnisse, versucht die Ereignisse für sich sprechen zu lassen. Für mich bleibt die Geschichte ein Ereignis wo einfach alles aus dem Ruder läuft. Verantwortliche Organe der Staatsgewalt versagen in einer für sie überfordernden Situation, die Presse läuft bei Erfüllung ihrer vermeintlichen Aufgabe in ihrem Freiraum Amok und die Geiselnehmer waren offenbar selber verwundert wie sich ihre Lage entwickelte. Sie versuchten einige Zeit die Kontrolle ihrer Umstände zu übernehmen, sonnten sich vermutlich einige Momente darin im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen, waren der Situation letztlich aber auch nicht gewachsen. Gerade wenn man aus der rückblickenden Perspektive auf die Situation schaut, so wie es der Film macht, läuft es allezeit auf ein tragisches Ende hinaus.

Aber auch wenn man wie ich den Ablauf des Geschehens grundsätzlich kennt, übt der immerhin 2 x 90 Min. lange Film eine anhaltende starke Spannung auf den Zuschauer aus. Das ist schon von Anfang an in dem Bankszenario zu spüren und bricht dann bis zum Ende nicht ab, dazu gesellt sich dann Stirnrunzeln, Kopfschütteln, Mitleiden bis hin zu blankem Entsetzen. Unweigerlich reflektiert man als Zuschauer die Situationsereignisse und bewertet sie zwangsweise auch. Hinterher weiss man es immer besser, kann man da sagen und es stimmt vielleicht auch. Aber wichtig scheint es trotzdem zu sein, nicht um mit dem Finger auf andere zu zeigen, sondern um anhand dessen eine Standortbestimmung zu bekommen, wo man in der Verantwortung und in seinem moralischen Handeln steht und stehen möchte.

Von mir auch eine klare Sehempfehlung!
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A better reality awaits.

Beitrag von TheUsualSuspect » vor 1 Monat

Ready Player One

USA 2018
Regie: Steven Spielberg
Darsteller: Tye Sheridan, Olivia Cooke, Ben Mendelsohn, Lena Waithe, T.J. Miller, Simon Pegg, Mark Rylance

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Ein guter Film? Gut genug um Spaß und Unterhaltung zu haben. Das ist auch schon mal was wert. Das Szenario gefällt mit seiner Schere zwischen dystopischer Zukunftsrealität und der grenzenlosen Virtualität. Ich hätte mich über etwas mehr Darstellung der Zusammenhänge und einer tiefergehenden Charakterarbeit gewünscht. So gerät die Beziehung von zwei der Hauptcharakteren schon fast zur Instant-Romanze, gerade kennengelernt und schwupps ist man ganz dicke und praktisch zusammen. Insgesamt läuft das meiste in der großen Easteregg-Jagd für die Helden dann auch relativ glatt. Da erkennt man wieder das Spielkind Spielberg, bei dem die Kinder die Erwachsenenwelt rocken.

Kann die Verfilmung der Romanvorlage das Wasser reichen? Nein. Ich weiß aber, dass nicht jeder so kritisch denkt wie ich, und prophezeie bzw. stelle schon fest, dass ein großer Teil der Zuschauer - vor allem derjenige, der ohne Kenntnisse der Romanvorlage in den Film geht - auf seine Kosten kommt. Spielbergs Verfilmung spielt seine Stärken vor allem in der visuellen Umsetzung, der Bewegung, in seiner gesamten medialen Inszenierung voll aus. Insofern konnte ich mich trotz des kleinen Kritikmännchens in meinem Kopf durchweg gut auf den Film einlassen und hatte einen unterhaltsamen Kinoabend.
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Unblooded

Beitrag von TheUsualSuspect » vor 1 Monat

Bright

USA 2018
Regie: David Ayer
Darsteller: Will Smith, Joel Edgerton, Noomi Rapace, Edgar Ramírez, Lucy Fry

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Die Idee Fantasy mit einem modernen urbanen Setting zu kombinieren gefällt mir gut. Hey, ich habe früher jahrelang Shadowrun gespielt. Klar gefällt mir das. Das war es leider auch schon. Aus der Ausgangslage kann man was machen, aber dann bedarf es auch eines halbwegs interessanten Drehbuchs und auf dieser Ebene stagnieren sämtliche kreativen Prozesse. Warum nutzt man den abgegriffensten Plot, den es im Fantasygenre gibt? Warum greift man völlig uninspiriert auf nicht mehr als die abgegriffensten Fantasyrassen-Clichés zurück? Warum? An allen entscheidenden Stellen, an denen man der Geschichte einen entscheidenden Dreh hätte verpassen können greift man auf ganz abgegriffene Versatzstücke zurück. Die Produktion hatte ein großes Budget, eine Aufstellung von Darstellern, die sich sehen lassen kann, ein interessantes Szenario und dann versucht man das einfach nur safe runterzuspielen. Zu safe muss man einfach sagen, leider ist das nicht sehr spannend, wenig kreativ, nicht aufregend. Etwas schade finde ich das schon, diese Grundlage hätte mehr Potential gehabt.
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Krieg der Eulen

Beitrag von TheUsualSuspect » vor 3 Wochen

Die Legende der Wächter
(Legend of the Guardians: The Owls of Ga'Hoole)

USA 2010
Regie: Zack Snyder
Sprecher: Jim Sturgess, Hugo Weaving, David Wenham, Hellen Mirren, Joel Edgerton

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Fantasy mit Eulen. Ein Eulenjunge wird von einer bösen Eulenarmee entführt, die sich für ihre Zwecke Kindersklaven und Kindersoldaten ranzieht. Die Eule flieht mit ein paar Kollegen und trifft auf die legendären Wächter, also die gute Eulenfraktion. Am Ende kommt es zum Kampf zwischen beiden Lagern. Eine klassische Konstellation, irgendwo zwischen antiker Tragödie, Shakespeare, Disney und bekannter Fantasy-Erzählung angesiedelt. Immerhin bringt man den Plot stabil rüber. Der Animationsfilm wirkt in seiner Ausrichtung dabei als hätte man einen Disney-Film konzipiert und dabei heimlich auf ein R-Rating geschielt. Es lassen sich süße Charaktere und schicksalhafte Fügungen wiederfinden, dabei werden die Auseinandersetzungen recht konsequent und auch mit Folgen für das Leben einiger Charaktere angegangen. Heraus sticht die visuelle Darbietung mit Szenen die eine schöne Dynamik und Ästhetik vermitteln. Also ähnlich wie man es von anderen Werken des Regisseurs kennt und diesen Stil mag oder nicht.
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Raider Reborn

Beitrag von TheUsualSuspect » vor 3 Wochen

Tomb Raider

USA 2018
Regie: Roar Uthaug
Darsteller: Alicia Vikander, Dominic West, Walton Goggins

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Nach dem Tomb Raider Reboot im Gaming Sektor erfolgt das Reboot auch im Kino. Die Verjüngungskur hat in ersterem Bereich gut bis sehr gut funktioniert, kann der Film da mithalten? Unter die große Menge an schlechten Videospielverfilmungen muss sich Tomb Raider nicht rechnen lassen. Zwar würde ich empfehlen nicht zu viel zu erwarten, aber er war immerhin erträglich unterhaltsam. Die älteren Filme mit Angelina Jolie habe ich da weitaus trashiger in Erinnerung, eine peinliche Umsetzung bleibt der Franchise in der aktuellen Version erspart. Handwerklich, visuell ist die Produktion ordentlich, story-technisch und kreativ muss aber noch mehr gehen. Im Prinzip wird die gleiche Geschichte aus dem Spiel erzählt, während diese jetzt nicht die innovativste ist, fand ich die Interpretation im Film aber noch mal um ein bis zwei Grad schwächer. Der Plot bleibt sehr konventionell. Grundsätzlich würde ich der Franchise aber auch als Film noch eine Chance gönnen.
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Mean people should not marry.

Beitrag von TheUsualSuspect » vor 3 Wochen

Das hält kein Jahr
(I Give It a Year)

Großbritannien 2013
Regie: Dan Mazer
Darsteller: Rose Byrne, Rafe Spall, Simon Baker, Anna Faris

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Das Thema dieser romantischen Komödie finde ich gar nicht so schlecht. Es geht um ein frisch zusammengekommenes Paar, bei dem allerdings mehr die Idee verliebt zu sein, als wirklich in den anderen verliebt zu sein im Vordergrund stand. Im besten Fall hätte das so eine frische Nummer wie Bridget Jones sein können. Warum vergleiche ich den Film eigentlich mit Bridget Jones? Vermutlich weil I Give it a Year auch eine britische Produktion ist und in London spielt. Und natürlich auch weil hier Erwachsene ihre romantischen Wirrungen durchleben. Jedoch vermisse ich bei diesem Film eine angemessene Feinfühligkeit und treffende Pointen, statt dessen wird weitgehend ein sarkastischer und gerne auch genitalkonzentrierter Humor gepflegt. Eine Variante, die mir weniger gefallen hat. Ein wenig beschleicht mich das Gefühl, der Film hält sich damit auf über seine geschilderten Beziehungsaspekte herzuziehen. Das hatte für mich so einen negativen Touch.
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"Wir sind die ersten..."

Beitrag von TheUsualSuspect » vor 3 Wochen

Die schrillen Vier auf Achse
(National Lampoon's Vacation)

USA 1983
Regie: Harold Ramis
Darsteller: Chevy Chase, Beverly D'Angelo, Anthony Michael Hall, Dana Barron

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Einer dieser Jugendklassiker aus den 80ern. Ich finde den auch heute noch amüsant, wenn auch nicht mehr so urkomisch wie in der Erinnerung. Trotzdem stimmt das Konstrukt, bei dem die typische amerikanische Mittelklassenfamilie treudoof ihr Recht auf Spaß und Erlebnis in ihrer Urlaubsfreizeit verfolgt. Chevy Chase macht das hervorragend trottelig und verklemmt, Beverly D'Angelo als treue Ehefrau auf ihre Art genauso. Das Casting ist punktgenau getroffen. Hatte gar nicht auf dem Schirm dass Anthony Michael Hall hier in einer frühen Rolle als Sohn der Griswolds auftaucht. Vacation läuft in seiner Spielzeit ohne Längen unterhaltsam runter und kann situationsmäßig immer wieder mit humorvollen Einfällen punkten. Ein netter Nostalgietrip.
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"Red means stop!"

Beitrag von TheUsualSuspect » vor 3 Wochen

Hellboy

USA 2004
Regie: Guillermo del Toro
Darsteller: Ron Perlman, John Hurt, Selma Blair, Rupert Evans, Doug Jones

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Schon bevor die Marvel Studios ihre Formel perfektionierten gab es gute Comicverfilmungen. Hellboy würde ich als eine der gelungenen bezeichenen. Okay, ich habe nie ein Hellboy Comic gelesen, insofern kann ich nicht beurteilen wie sich die inhaltlichen Sachen vergleichen. Da kann ich nur den Film für sich beurteilen. Von der Geschichte gibt es wieder mal so eine Standardkonstellation, in der ein böser Verein mit Boss das gesamte Weltgefüge bedroht und der Held ihn kurz vor der Vollendung seines Plans in einem Boss-Fight besiegt. Während das übliche Konstrukt vermutlich keinen so richtig vom Hocker reisst, zeigt Regisseur del Toro wenigstens dass er mit den Charakteren umgehen kann. Sichtlichen Spaß hat man mit der Positionierung des Hautpcharakters Hellboy gehabt, den der Ausdruck harte Schale, weicher Kern ganz gut beschreibt. Da hat man mit Ron Perlman unter dem Latexanzug einen Besetzungs-Jackpot getroffen. Zusätzlich finde ich auch seine Mitstreiter, den Amphibienmensch Abe Sapien und auch die flammenschleudernde Liz nicht ganz uninteressant. Als Beiwerk sind die unterstützenden Mitglieder des amerikanischen Geheimdienstes eher gesichtslos, dienen aber in vielen Szenen auch nur als Kanonefutter. Schon etwas zu klischeehaft sind mir die Bösewichter und geradezu diesen Klingenmenschen fand ich dann doch nervig wenn er zum dutzendsten Mal seine Schaschlikmesser durch die Luft rotieren ließ.
Dass der Film nicht klanglos im Durchschnitt verkommt, ist dem Einfluss von Regisseur del Toro zu verdanken, der ein gutes Gespür dafür beweist wie er atmosphärisch mit dieser düsteren okkultverhangenen Stimmung aber auch mit ironischen Einschüben arbeiten kann. Da macht der Film Spaß, unterhält und gewinnt den Zuschauer für sich. Da gibt es definitiv schlechtere Ergebnisse.
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Believe it or not - he's the good guy

Beitrag von TheUsualSuspect » vor 1 Woche

Hellboy - Die goldene Armee
(Hellboy II: The Golden Army)

USA 2008
Regie: Guillermo del Toro
Darsteller: Ron Perlman, Doug Jones, Selma Blair, Luke Goss

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Das Sequel behält das Niveau des Vorgängers. Die vorher tongebende okkulthafte Stimmung weicht hier einer Paarung mit klassischen Fantasyelementen. Ähnlich wie bei Harry Potter existieren nämlich in einer von der Allgemeinheit unbeachteten Parallelwelt Elfen, Goblins und andere phantastischen Kreaturen. Die Effekte von Hellboy II wirken von unterschiedlicher Qualität, teilweise ist das dem Produktionsjahr angemessen, dann wieder erinnern mich einige der Kulissen schon fast wieder an die 80er Jahre. Es funktioniert aber insgesamt. Ich hatte das Gefühl, das Hellboy II die Stimmung etwas leichter wird. Eine gelungene Bereicherung ist der neue Chef Johann Krauss, ein ektoplasmischer Nebel, der sich üblicherweise in einer Art von ihm animierten Taucheranzug aufhält. Der noch im ersten Film eher sehr gewöhnlich aufgebaute Liason-Mensch John Myers, gespielt von Rupert Evans, spielt im Sequel keine Rolle mehr und wird auch nicht vermisst. Die neue Figur bietet da mehr Abwechslung und Faszination. Insgesamt weiß der Film mit seinen übernatürlichen Figuren einiges anzufangen und baut sie passabel zu einem eingespielten Team auf. Am Ende hat man den Eindruck, dass man damit eine gelungene Anordnung für weitere Fortsetzungen gefunden hat, jedoch blieb das eine Vorstellung der Fans.
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In the Jungle, the mighty Jungle...

Beitrag von TheUsualSuspect » vor 1 Woche

The Jungle Book

USA 2016
Regie: Jon Favreau
Darsteller: Neel Sethi, Bill Murray, Ben Kingsley, Idris Elba

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Die Versuchung bei der neuesten Verfilmung der Geschichte vom Dschungelbuch von einer Realverfilmung zu sprechen wirkt naheliegend, geht bei weitergehender Betrachtung aber an der Wahrheit vorbei. Während Charaktere und Umgebung realitätsgetreu wirken, sind tatsächlich außer dem Protagonisten Mowgli alle tierischen Charaktere sowie Großteile der Umgebung nichts anderes als computergenerierte Darsteller. Dabei wirkt alles angenehm natürlich und ich konnte bei meiner Sichtung ganz angenehm in der Handlung aufgehen ohne dass irgendwann mal die Magie des vermeintlich Realen für mich gebrochen wurde.

Die Geschichte vom Dschungelbuch ist vielen aus verschiedenen Quellen bekannt. In dieser Version breitet sich diese als schöne Abenteuergeschichte aus. Es gibt viel zu entdecken, gemeinsam mit dem einzigen menschlichen Protagonisten Mowgli erkunden wir die Bereiche des Dschungels und treffen auf tierische Charaktere mit unterschiedichen Haltungen und Absichten. An mancher Stelle wird es sogar richtig ernst und gefährlich. Mir hat diese Perspektive der Verfilmung gut gefallen, weil die Geschichte des Jungen dadurch ein ganzes Stück erwachsener oder realer wirkt, als wenn die Figuren nur die ganze Zeit planschend und singend mit ihren Freunden verbringen würden. Es verstärkt das Bewusstsein, dass das Leben im Dschungel oder allgemein seine Herausforderungen birgt und Aktionen Konsequenzen haben. Der Tiger Shere Khan wirkt richtig gefährlich, sein tyrannischer und unantastbar wirkender Auftritt mit der tollen Intonation durch Idris Elba machen ihn zu einem bemerkenswerten Feind. Auch die undurchsichtige Schlange Kaa (Scarlett Johansson) und King Louie der riesige Orang-Utan bieten herausfordernde Situationen. Bei letzterem musste ich schmunzeln, weil ich hier die Synchronisation durch Christopher Walken, der hier einen italienischen Akzent auflegt und in seiner ganzen Art wie ein Mafia-Don rüberkommt witzig fand.

In The Jungle Book finden sich einige sehr gut gelungene Momente und insgesamt ist das eine Produktion, die mir Spaß bereitet hat. Auch wie es darum geht seinen Platz im Leben zu finden und ein Stück erwachsener zu werden funktioniert in diesem Film gut.
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