The Usual Experience

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The Usual Experience

Beitrag von TheUsualSuspect » vor 4 Monate

Hallo zusammen. Eine Ära ist zu Ende gegangen, seitdem das alte Filmforum Moviemaze seine Pforten geschlossen hat. Offiziell jedenfalls, momentan kommt man ja noch ran aber der Stecker dürfte jederzeit gezogen werden, vielleicht nachdem der Praktikant mit dem Kaffee kochen fertig ist. Gerade vor Toresschluss habe ich mein lange geführtes FTB von Moviemaze noch mal in ein neues Refugium überführt, nämlich hier in den Filmirrgarten. So bleiben alle meine (zumindest für mich persönlich) wertvollen Ergüsse erst mal bis auf weiteres erhalten.

Ich nutze den Zeitpunkt einfach mal für einen neuen Anlauf, um regelmäßig meine Filmeindrücke in Blogeinträgen festzuhalten und entscheide mich an dieser Stelle einen Schnitt zu machen und ein neues FTB aufzumachen. In der Hoffnung, dass ich trotz meiner derzeitig anhaltenden sonstigen zeitlichen Auslastung es wieder schaffe regelmäßig Zeit für die Pflege dieses Projektes aufzubringen. Auf jeden Fall ist das der Plan.

Genug geplappert. Für alle alten und möglicherweise neuen Leser ein herzliches Hallo und Willkommen, viel Vergnügen mit meinem neuen (noch) unbetitelten Filmblog.



<edit:11/04/2018> Das FTB hat einen Namen: The Usual Experience
<edit:27/04/2018> Es steht wieder ein Index aller hier gesehenen Filme zur Verfügung. Diesmal zwar nicht verlinkt, aber die Titel lassen sich ganz einfach mit der Suchfunktion des Forums finden.



INDEX

Auslöschung (Annihilation)

Brennpunkt Brooklyn (The French Connection)
Bright

Das hält kein Jahr (I Give it a Year)
Domino
Dschungelkind

Fack ju Göhte 2

Gladbeck

Hellboy
Hellboy - Die goldene Armee (Hellboy II: The Golden Army)

Indiana Jones und der letzte Kreuzzug (Indiana Jones and the Last Crusade)
Indiana Jones und der Tempel des Todes (Indiana Jones and the Temple of Doom)

Jäger des verlorenen Schatzes (Raiders of the Lost Ark)
The Jungle Book

Die Legende der Wächter (Legend of the Guardians: The Owls of Ga'Hoole)

Der Marathon Mann (Marathon Man)
Men in Black

Ready Player One

Die schrillen Vier auf Achse (National Lampoon's Vacation)

Tomb Raider

Wie tollwütige Hunde (Come cani arrabbiati)
"This is a true story. The events depicted in this film took place in Minnesota in 2006. At the request of the survivors, the names have been changed. Out of respect for the dead, the rest has been told exactly as it occurred."
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Als die Medien ihre Unschuld verloren...

Beitrag von TheUsualSuspect » vor 4 Monate

Gladbeck

Deutschland 2018
Regie: Kilian Riedhof
Darsteller: Sascha Alexander Gersak, Alexander Scheer, Marie Rosa Tietjen, Martin Wuttke, Zsa Zsa Inci Bürkle, Lilli Fichtner

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Ein neues Filmforum und darüber gleich von zwei Seiten eine Empfehlung auf diesen TV-Film aufgeschnappt. Das ist doch ein guter Einstieg. Das Gladbecker Geiseldrama war eines dieser Ereignisse, dass ich in meiner Kindheit damals wahrgenommen habe und mich auch nach all den Jahren an einige Einzelheiten noch gut erinnern kann. Offenbar weil der Fall damals so unglaubliche Ausmaße angenommen hatte. Eine gut verfilmte Zeitgeschichte wollte ich mir da doch gerne ansehen.

Gefallen hat mir, dass man sich in der Produktion zu großen Teilen doch sehr an den zur Verfügung stehenden dokumentarischen Fakten orientiert hat und weitgehend auf filmtypische klischeehafte erfundene Dramaturgien verzichtete. Regisseur Kilian Riedhof wählt eine soweit möglich wertungsarme Darstellung der Geschehnisse, versucht die Ereignisse für sich sprechen zu lassen. Für mich bleibt die Geschichte ein Ereignis wo einfach alles aus dem Ruder läuft. Verantwortliche Organe der Staatsgewalt versagen in einer für sie überfordernden Situation, die Presse läuft bei Erfüllung ihrer vermeintlichen Aufgabe in ihrem Freiraum Amok und die Geiselnehmer waren offenbar selber verwundert wie sich ihre Lage entwickelte. Sie versuchten einige Zeit die Kontrolle ihrer Umstände zu übernehmen, sonnten sich vermutlich einige Momente darin im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen, waren der Situation letztlich aber auch nicht gewachsen. Gerade wenn man aus der rückblickenden Perspektive auf die Situation schaut, so wie es der Film macht, läuft es allezeit auf ein tragisches Ende hinaus.

Aber auch wenn man wie ich den Ablauf des Geschehens grundsätzlich kennt, übt der immerhin 2 x 90 Min. lange Film eine anhaltende starke Spannung auf den Zuschauer aus. Das ist schon von Anfang an in dem Bankszenario zu spüren und bricht dann bis zum Ende nicht ab, dazu gesellt sich dann Stirnrunzeln, Kopfschütteln, Mitleiden bis hin zu blankem Entsetzen. Unweigerlich reflektiert man als Zuschauer die Situationsereignisse und bewertet sie zwangsweise auch. Hinterher weiss man es immer besser, kann man da sagen und es stimmt vielleicht auch. Aber wichtig scheint es trotzdem zu sein, nicht um mit dem Finger auf andere zu zeigen, sondern um anhand dessen eine Standortbestimmung zu bekommen, wo man in der Verantwortung und in seinem moralischen Handeln steht und stehen möchte.

Von mir auch eine klare Sehempfehlung!
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A better reality awaits.

Beitrag von TheUsualSuspect » vor 4 Monate

Ready Player One

USA 2018
Regie: Steven Spielberg
Darsteller: Tye Sheridan, Olivia Cooke, Ben Mendelsohn, Lena Waithe, T.J. Miller, Simon Pegg, Mark Rylance

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Ein guter Film? Gut genug um Spaß und Unterhaltung zu haben. Das ist auch schon mal was wert. Das Szenario gefällt mit seiner Schere zwischen dystopischer Zukunftsrealität und der grenzenlosen Virtualität. Ich hätte mich über etwas mehr Darstellung der Zusammenhänge und einer tiefergehenden Charakterarbeit gewünscht. So gerät die Beziehung von zwei der Hauptcharakteren schon fast zur Instant-Romanze, gerade kennengelernt und schwupps ist man ganz dicke und praktisch zusammen. Insgesamt läuft das meiste in der großen Easteregg-Jagd für die Helden dann auch relativ glatt. Da erkennt man wieder das Spielkind Spielberg, bei dem die Kinder die Erwachsenenwelt rocken.

Kann die Verfilmung der Romanvorlage das Wasser reichen? Nein. Ich weiß aber, dass nicht jeder so kritisch denkt wie ich, und prophezeie bzw. stelle schon fest, dass ein großer Teil der Zuschauer - vor allem derjenige, der ohne Kenntnisse der Romanvorlage in den Film geht - auf seine Kosten kommt. Spielbergs Verfilmung spielt seine Stärken vor allem in der visuellen Umsetzung, der Bewegung, in seiner gesamten medialen Inszenierung voll aus. Insofern konnte ich mich trotz des kleinen Kritikmännchens in meinem Kopf durchweg gut auf den Film einlassen und hatte einen unterhaltsamen Kinoabend.
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Unblooded

Beitrag von TheUsualSuspect » vor 4 Monate

Bright

USA 2018
Regie: David Ayer
Darsteller: Will Smith, Joel Edgerton, Noomi Rapace, Edgar Ramírez, Lucy Fry

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Die Idee Fantasy mit einem modernen urbanen Setting zu kombinieren gefällt mir gut. Hey, ich habe früher jahrelang Shadowrun gespielt. Klar gefällt mir das. Das war es leider auch schon. Aus der Ausgangslage kann man was machen, aber dann bedarf es auch eines halbwegs interessanten Drehbuchs und auf dieser Ebene stagnieren sämtliche kreativen Prozesse. Warum nutzt man den abgegriffensten Plot, den es im Fantasygenre gibt? Warum greift man völlig uninspiriert auf nicht mehr als die abgegriffensten Fantasyrassen-Clichés zurück? Warum? An allen entscheidenden Stellen, an denen man der Geschichte einen entscheidenden Dreh hätte verpassen können greift man auf ganz abgegriffene Versatzstücke zurück. Die Produktion hatte ein großes Budget, eine Aufstellung von Darstellern, die sich sehen lassen kann, ein interessantes Szenario und dann versucht man das einfach nur safe runterzuspielen. Zu safe muss man einfach sagen, leider ist das nicht sehr spannend, wenig kreativ, nicht aufregend. Etwas schade finde ich das schon, diese Grundlage hätte mehr Potential gehabt.
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Krieg der Eulen

Beitrag von TheUsualSuspect » vor 3 Monate

Die Legende der Wächter
(Legend of the Guardians: The Owls of Ga'Hoole)

USA 2010
Regie: Zack Snyder
Sprecher: Jim Sturgess, Hugo Weaving, David Wenham, Hellen Mirren, Joel Edgerton

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Fantasy mit Eulen. Ein Eulenjunge wird von einer bösen Eulenarmee entführt, die sich für ihre Zwecke Kindersklaven und Kindersoldaten ranzieht. Die Eule flieht mit ein paar Kollegen und trifft auf die legendären Wächter, also die gute Eulenfraktion. Am Ende kommt es zum Kampf zwischen beiden Lagern. Eine klassische Konstellation, irgendwo zwischen antiker Tragödie, Shakespeare, Disney und bekannter Fantasy-Erzählung angesiedelt. Immerhin bringt man den Plot stabil rüber. Der Animationsfilm wirkt in seiner Ausrichtung dabei als hätte man einen Disney-Film konzipiert und dabei heimlich auf ein R-Rating geschielt. Es lassen sich süße Charaktere und schicksalhafte Fügungen wiederfinden, dabei werden die Auseinandersetzungen recht konsequent und auch mit Folgen für das Leben einiger Charaktere angegangen. Heraus sticht die visuelle Darbietung mit Szenen die eine schöne Dynamik und Ästhetik vermitteln. Also ähnlich wie man es von anderen Werken des Regisseurs kennt und diesen Stil mag oder nicht.
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Raider Reborn

Beitrag von TheUsualSuspect » vor 3 Monate

Tomb Raider

USA 2018
Regie: Roar Uthaug
Darsteller: Alicia Vikander, Dominic West, Walton Goggins

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Nach dem Tomb Raider Reboot im Gaming Sektor erfolgt das Reboot auch im Kino. Die Verjüngungskur hat in ersterem Bereich gut bis sehr gut funktioniert, kann der Film da mithalten? Unter die große Menge an schlechten Videospielverfilmungen muss sich Tomb Raider nicht rechnen lassen. Zwar würde ich empfehlen nicht zu viel zu erwarten, aber er war immerhin erträglich unterhaltsam. Die älteren Filme mit Angelina Jolie habe ich da weitaus trashiger in Erinnerung, eine peinliche Umsetzung bleibt der Franchise in der aktuellen Version erspart. Handwerklich, visuell ist die Produktion ordentlich, story-technisch und kreativ muss aber noch mehr gehen. Im Prinzip wird die gleiche Geschichte aus dem Spiel erzählt, während diese jetzt nicht die innovativste ist, fand ich die Interpretation im Film aber noch mal um ein bis zwei Grad schwächer. Der Plot bleibt sehr konventionell. Grundsätzlich würde ich der Franchise aber auch als Film noch eine Chance gönnen.
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Mean people should not marry.

Beitrag von TheUsualSuspect » vor 3 Monate

Das hält kein Jahr
(I Give It a Year)

Großbritannien 2013
Regie: Dan Mazer
Darsteller: Rose Byrne, Rafe Spall, Simon Baker, Anna Faris

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Das Thema dieser romantischen Komödie finde ich gar nicht so schlecht. Es geht um ein frisch zusammengekommenes Paar, bei dem allerdings mehr die Idee verliebt zu sein, als wirklich in den anderen verliebt zu sein im Vordergrund stand. Im besten Fall hätte das so eine frische Nummer wie Bridget Jones sein können. Warum vergleiche ich den Film eigentlich mit Bridget Jones? Vermutlich weil I Give it a Year auch eine britische Produktion ist und in London spielt. Und natürlich auch weil hier Erwachsene ihre romantischen Wirrungen durchleben. Jedoch vermisse ich bei diesem Film eine angemessene Feinfühligkeit und treffende Pointen, statt dessen wird weitgehend ein sarkastischer und gerne auch genitalkonzentrierter Humor gepflegt. Eine Variante, die mir weniger gefallen hat. Ein wenig beschleicht mich das Gefühl, der Film hält sich damit auf über seine geschilderten Beziehungsaspekte herzuziehen. Das hatte für mich so einen negativen Touch.
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"Wir sind die ersten..."

Beitrag von TheUsualSuspect » vor 3 Monate

Die schrillen Vier auf Achse
(National Lampoon's Vacation)

USA 1983
Regie: Harold Ramis
Darsteller: Chevy Chase, Beverly D'Angelo, Anthony Michael Hall, Dana Barron

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Einer dieser Jugendklassiker aus den 80ern. Ich finde den auch heute noch amüsant, wenn auch nicht mehr so urkomisch wie in der Erinnerung. Trotzdem stimmt das Konstrukt, bei dem die typische amerikanische Mittelklassenfamilie treudoof ihr Recht auf Spaß und Erlebnis in ihrer Urlaubsfreizeit verfolgt. Chevy Chase macht das hervorragend trottelig und verklemmt, Beverly D'Angelo als treue Ehefrau auf ihre Art genauso. Das Casting ist punktgenau getroffen. Hatte gar nicht auf dem Schirm dass Anthony Michael Hall hier in einer frühen Rolle als Sohn der Griswolds auftaucht. Vacation läuft in seiner Spielzeit ohne Längen unterhaltsam runter und kann situationsmäßig immer wieder mit humorvollen Einfällen punkten. Ein netter Nostalgietrip.
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"Red means stop!"

Beitrag von TheUsualSuspect » vor 3 Monate

Hellboy

USA 2004
Regie: Guillermo del Toro
Darsteller: Ron Perlman, John Hurt, Selma Blair, Rupert Evans, Doug Jones

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Schon bevor die Marvel Studios ihre Formel perfektionierten gab es gute Comicverfilmungen. Hellboy würde ich als eine der gelungenen bezeichenen. Okay, ich habe nie ein Hellboy Comic gelesen, insofern kann ich nicht beurteilen wie sich die inhaltlichen Sachen vergleichen. Da kann ich nur den Film für sich beurteilen. Von der Geschichte gibt es wieder mal so eine Standardkonstellation, in der ein böser Verein mit Boss das gesamte Weltgefüge bedroht und der Held ihn kurz vor der Vollendung seines Plans in einem Boss-Fight besiegt. Während das übliche Konstrukt vermutlich keinen so richtig vom Hocker reisst, zeigt Regisseur del Toro wenigstens dass er mit den Charakteren umgehen kann. Sichtlichen Spaß hat man mit der Positionierung des Hautpcharakters Hellboy gehabt, den der Ausdruck harte Schale, weicher Kern ganz gut beschreibt. Da hat man mit Ron Perlman unter dem Latexanzug einen Besetzungs-Jackpot getroffen. Zusätzlich finde ich auch seine Mitstreiter, den Amphibienmensch Abe Sapien und auch die flammenschleudernde Liz nicht ganz uninteressant. Als Beiwerk sind die unterstützenden Mitglieder des amerikanischen Geheimdienstes eher gesichtslos, dienen aber in vielen Szenen auch nur als Kanonefutter. Schon etwas zu klischeehaft sind mir die Bösewichter und geradezu diesen Klingenmenschen fand ich dann doch nervig wenn er zum dutzendsten Mal seine Schaschlikmesser durch die Luft rotieren ließ.
Dass der Film nicht klanglos im Durchschnitt verkommt, ist dem Einfluss von Regisseur del Toro zu verdanken, der ein gutes Gespür dafür beweist wie er atmosphärisch mit dieser düsteren okkultverhangenen Stimmung aber auch mit ironischen Einschüben arbeiten kann. Da macht der Film Spaß, unterhält und gewinnt den Zuschauer für sich. Da gibt es definitiv schlechtere Ergebnisse.
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Believe it or not - he's the good guy

Beitrag von TheUsualSuspect » vor 3 Monate

Hellboy - Die goldene Armee
(Hellboy II: The Golden Army)

USA 2008
Regie: Guillermo del Toro
Darsteller: Ron Perlman, Doug Jones, Selma Blair, Luke Goss

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Das Sequel behält das Niveau des Vorgängers. Die vorher tongebende okkulthafte Stimmung weicht hier einer Paarung mit klassischen Fantasyelementen. Ähnlich wie bei Harry Potter existieren nämlich in einer von der Allgemeinheit unbeachteten Parallelwelt Elfen, Goblins und andere phantastischen Kreaturen. Die Effekte von Hellboy II wirken von unterschiedlicher Qualität, teilweise ist das dem Produktionsjahr angemessen, dann wieder erinnern mich einige der Kulissen schon fast wieder an die 80er Jahre. Es funktioniert aber insgesamt. Ich hatte das Gefühl, das Hellboy II die Stimmung etwas leichter wird. Eine gelungene Bereicherung ist der neue Chef Johann Krauss, ein ektoplasmischer Nebel, der sich üblicherweise in einer Art von ihm animierten Taucheranzug aufhält. Der noch im ersten Film eher sehr gewöhnlich aufgebaute Liason-Mensch John Myers, gespielt von Rupert Evans, spielt im Sequel keine Rolle mehr und wird auch nicht vermisst. Die neue Figur bietet da mehr Abwechslung und Faszination. Insgesamt weiß der Film mit seinen übernatürlichen Figuren einiges anzufangen und baut sie passabel zu einem eingespielten Team auf. Am Ende hat man den Eindruck, dass man damit eine gelungene Anordnung für weitere Fortsetzungen gefunden hat, jedoch blieb das eine Vorstellung der Fans.
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In the Jungle, the mighty Jungle...

Beitrag von TheUsualSuspect » vor 3 Monate

The Jungle Book

USA 2016
Regie: Jon Favreau
Darsteller: Neel Sethi, Bill Murray, Ben Kingsley, Idris Elba

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Die Versuchung bei der neuesten Verfilmung der Geschichte vom Dschungelbuch von einer Realverfilmung zu sprechen wirkt naheliegend, geht bei weitergehender Betrachtung aber an der Wahrheit vorbei. Während Charaktere und Umgebung realitätsgetreu wirken, sind tatsächlich außer dem Protagonisten Mowgli alle tierischen Charaktere sowie Großteile der Umgebung nichts anderes als computergenerierte Darsteller. Dabei wirkt alles angenehm natürlich und ich konnte bei meiner Sichtung ganz angenehm in der Handlung aufgehen ohne dass irgendwann mal die Magie des vermeintlich Realen für mich gebrochen wurde.

Die Geschichte vom Dschungelbuch ist vielen aus verschiedenen Quellen bekannt. In dieser Version breitet sich diese als schöne Abenteuergeschichte aus. Es gibt viel zu entdecken, gemeinsam mit dem einzigen menschlichen Protagonisten Mowgli erkunden wir die Bereiche des Dschungels und treffen auf tierische Charaktere mit unterschiedichen Haltungen und Absichten. An mancher Stelle wird es sogar richtig ernst und gefährlich. Mir hat diese Perspektive der Verfilmung gut gefallen, weil die Geschichte des Jungen dadurch ein ganzes Stück erwachsener oder realer wirkt, als wenn die Figuren nur die ganze Zeit planschend und singend mit ihren Freunden verbringen würden. Es verstärkt das Bewusstsein, dass das Leben im Dschungel oder allgemein seine Herausforderungen birgt und Aktionen Konsequenzen haben. Der Tiger Shere Khan wirkt richtig gefährlich, sein tyrannischer und unantastbar wirkender Auftritt mit der tollen Intonation durch Idris Elba machen ihn zu einem bemerkenswerten Feind. Auch die undurchsichtige Schlange Kaa (Scarlett Johansson) und King Louie der riesige Orang-Utan bieten herausfordernde Situationen. Bei letzterem musste ich schmunzeln, weil ich hier die Synchronisation durch Christopher Walken, der hier einen italienischen Akzent auflegt und in seiner ganzen Art wie ein Mafia-Don rüberkommt witzig fand.

In The Jungle Book finden sich einige sehr gut gelungene Momente und insgesamt ist das eine Produktion, die mir Spaß bereitet hat. Auch wie es darum geht seinen Platz im Leben zu finden und ein Stück erwachsener zu werden funktioniert in diesem Film gut.
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Klassenfahrt

Beitrag von TheUsualSuspect » vor 2 Monate

Fack ju Göhte 2

Deutschland 2015
Regie: Bora Dagtekin
Darsteller: Elyas M'Barek, Jella Haase, Caroline Herfurth, Katja Riemann, Volker Bruch, Max von der Groeben, Aram Arami, Lena Klenke, Lucas Reiber, Gizem Emre

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Dem deutschen Komödienerfolg Fack ju Göhte konnte ich trotz einiger Vorbehalte doch noch einiges abgewinnen. Zwar reicht das Niveau auch nicht viel mehr als hüfthoch, aber es gelang doch dem Szenario mit dem dort vorgeführten modernen Schulalltag, der von mangelnden organisatorischen Strukturen gebeutelt und von hoffnungslos fehlgepolten Schülern dominiert wird, einige markante Szenen mit frechem Humor abzutrotzen. Die Komödie wurde im Land von der Presse wie auch vom Publikum mit Jubel überschüttet, was liegt da näher als zeitnah eine Fortsetzung zu inszenieren?

Für den zweiten Teil konnte man das gleiche Team auffahren und auch wenn Verschiebungen der Präsenzzeiten von einigen Charakteren festzustellen sind, hat man das komplette Aufgebot der Darsteller wieder versammeln können. Lobenswert, jedoch tappt die Fortsetzung in die übliche Falle, das man sich offenbar zu gerne auf bereits gegebens verlässt. Mehr oder weniger wiederholen sich die Charakterentwicklungen vom ersten Teil, während man sich dabei zu gerne über das proletige Gehabe seiner sozial oft minderbemittelten Protagonisten amüsiert. Humormäßig bewegt man sich nun eher knietief, der Eine findet es noch unterhaltsam ironisch, der andere findet es auch schon mal asozial. Letztlich bleibt es aber auch beinahe müßig darüber zu diskutieren, weil der Film in seiner Wirkung auch sehr schnell verpufft. Viel dazu zu sagen bleibt da eigentlich gar nicht.
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Shimmerland

Beitrag von TheUsualSuspect » vor 1 Monat

Annihilation

USA 2018
Regie: Alex Garland
Darsteller: Natalie Portman, Jennifer Jason Leigh, Tessa Thompson, Gina Rodriguez, Oscar Isaac, Sonoya Mizuno, Tuva Novotny

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Obwohl Annihilation mir ansatzweise reizvoll vorkam, offenbarte der Film doch sehr schnell zähe Momente. Das Szenario in der mysteriösen Zone scheint punktuell interessant, aber das Script verliert mich an mehreren Stellen. Es bieten sich thematisch schnell vergleichbare Filme an, die da in ihren Bereichen deutlich besseres geleistet haben. Stalker oder auch The Thing fallen mir ein. In seiner Darstellung von abstrakten Themen wie Identität, Zerfall oder Neuerstehung betreibt Annihilation für mich auch einiges an Augenwischerei. Der Film wirkt da schon bemüht mysteriös und gibt sich zu zufrieden damit keine Antworten bei seinen Fragen zu haben.

Sehr störend ist dann auch dass man es mit seiner inneren Logik nicht genau nimmt. Da riegelt die amerikanische Regierung diese unheimliche Sperrzone ab, aus der bisher niemand zurück gekommen ist und die beste Option ist eine Handvoll Frauen mit leichter Ausrüstung da reinzuschicken. Mir geht es dabei weniger um die Geschlechterauswahl, obwohl ich das Gendercasting dabei eher zwanghaft finde. Aber die Entscheidung in so einem High Risk Gebiet nur eine rudimentär ausgebildete Truppe reinzuschicken wirkt dämlich. Genau wie solche Aktionen wo die Gruppe in einem befestigten Haus übernachtet und sich die Nachtwache weitab von jeglichem Schutz aufhält. Selbst Schuld wenn du dann draufgehst!! In dieser Qualität gibt es leider einige Szenen, bei denen ich den Kopf schütteln muss.

Wo wir gerade bei der Qualität sind. Da gibt es häufig Szenen, in denen nicht optimal gefilmt wurde. Da ist das Bild gerne im Fokus dunkel während der unwichtige Hintergrund hell beleuchtet ist. Das lässt sich für mich nicht inszenatorisch herleiten, war für mich einfach nur wiederholt störend. Insgesamt fand ich den Film doch deutlich mühsam.
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Indiana Jones

Beitrag von TheUsualSuspect » vor 1 Monat

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Jäger des verlorenen Schatzes (Raiders of the Lost Ark) | USA 1981 | R: Steven Spielberg | D: Harrison Ford, Karen Allen

Indiana Jones und der Tempel des Todes (Indiana Jones and the Temple of Doom) | R: Steven Spielberg | D: Harrison Ford, Kate Capshaw, Jonathan Ke Quan

Indiana Jones and the Last Crusade (Indiana Jones und der letzte Kreuzzug) | R: Steven Spielberg | D: Harrison Ford, Sean Connery



Als ich zuletzt Uncharted gespielt habe, bekam ich Bock auf Abenteuerfilm und was liegt da näher als mit Indiana Jones gleich das Beste vom Besten in diesem Genre zu schauen, zumal ich diese Reihe schon länger nicht mehr gesehen habe. Raiders zeigt auch gleich wie gut dieses Konzept mit Artefakten an exotischen Plätzen, Fallen und üblen Widersachern doch sein kann. Spielberg zeigt sich dabei als Meister der Inszenierung, sein Film ist cinematisch, actionreich, sicher im Timing. Es stimmt einfach mit Schnitt, flüssiger Action und Musikeinsatz. Ebenso ist Harrison Ford eine Traumbesetzung, den Swashbuckler-Typen spielt er gleichermaßen lässig wie mit Herzblut. Raiders lebt auch von der gelungenen Kombi mit Karen Allen, hat bemerkenswerte Feindbilder und auch die B-Riege passt. Spannung und Ernst werden immer wieder unterbrochen durch Comedy, was das zu einem aufregenden ebenso wie erheiternden Filmerlebnis macht. Ein ikonisches Werk.

Temple of Doom war immer der Indy-Film, den ich weniger mochte als die anderen beiden. Er war deutlich eine Spur überdrehter, der Musical-Anfang liegt mir nicht, die Frau schreit immer und was in aller Welt sollte das mit diesem kleinen Jungen als Sidekick?! Die meisten Eindrücke bestätigen sich in dieser Sichtung, zeitweise droht der Film im Slapstick zu verkommen. Aber es ist nicht alles schlecht. Der Schauplatz in Asien gefällt mir recht gut. In den Abläufen in Indien gefallen mir auch die Horror-Anklänge. Ich finde sogar nicht alle Übertreibungen schlecht, die Essensszene an der Tafel mit den teils lebenden Mahlzeiten z.B. fand ich ganz lustig. Am Ende kann ich sagen dass ich auch viel Spaß mit diesem Indy-Teil hatte, nur kommt mir hier zu oft das Spielkind in Spielberg zum Vorschein.

Last Crusade bleibt mein Lieblingsteil von den drei Indy-Filmen. Möglicherweise hat er auch den Bonus, dass es der erste Indy war, den ich gesehen habe und das auch noch im Kino. Das sind natürlich sehr eindrückliche Erlebnisse, die man da in jungen Jahren mitnimmt. Aber er ist halt auch gut. Harrison Ford mit Sean Connery ist hier eine Traumkombination, dazu stimmt hier wieder das Tempo, der Humor und die variantenreiche Action bis in den letzten Punkt. So muss ein Abenteuerfilm aussehen!
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Blitzdings

Beitrag von TheUsualSuspect » vor 1 Monat

Men in Black

USA 1997
Regie: Barry Sonnenfeld
Darsteller: Tommy Lee Jones, Will Smith, Linda Fiorentino

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MIB macht sich einen Spaß daraus Klischees aus Mystery und Verschwörungstheorien aufzugreifen und eine flotte Komödie draus zu stricken. Der galaktische Filmcocktail schmeckt, weil es gelingt gute Spezialeffekte mit genug geistreichem Witz und wohl dosierter Action zu verbinden. Kurzweilige Komödie mit guter Besetzung. Zap!
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Kindheit im Urwald

Beitrag von TheUsualSuspect » vor 1 Monat

Dschungelkind

Deutschland 2011
Regie: Roland Suso Richter
Darsteller: Stella Kunkat, Thomas Kretschmann, Nadja Uhl, Sina Tkotsch

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Zufällig beim Drüberschalten bin ich bei diesem TV-Film hängen geblieben. Die Geschichte von einer deutschen Familie, die sich bei Ureinwohnern irgendwo im Urwald ansiedeln, weil der Vater hier linguistische Forschungen betreibt hat einen Nerv von mir getroffen. Mir hat die Perspektive gefallen, die Geschichte wird aus der Sicht der Tochter betrachtet, die eines von drei Kindern der Familie ist. Den Mut sich mit seiner Familie dieser aus unserer europäischen Sicht experimentellen Situation zu stellen fand ich faszinierend. In seiner episodenhaften Erzählweise fand ich die gewählten Ausschnitte sehr anschaulich und positiv ist anzumerken, dass der Film zwar nicht vollständig ohne störende Dramatisierungen auskommt, diese Momente aber weitgehend zurückfährt und sich ein natürliches Flair behält. Die Geschichte greift wahre Begebenheiten auf, die die erwähnte Tochter in ihrer Autobiographie zuvor veröffentlicht hat. Dadurch wirkte die Inszenierung auch recht glaubhaft auf mich.
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"Heads you live, tails you die!"

Beitrag von TheUsualSuspect » vor 1 Monat

Domino

USA 2005
Regie: Tony Scott
Darsteller: Keira Knightley, Mickey Rourke, Edgar Ramírez

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Ein Model, die Kopfgeldjägerin wird. Klingt nach einem Hollywood-Plot, basiert aber tatsächlich auf der Geschichte einer realen Person. Wieviel Realität davon letztlich im Film auftaucht, darüber lässt sich spekulieren, aber immerhin hat Regisseur Tony Scott nicht unbedingt wenig Zeit eine Freundschaft mit der realen Domino Harvey geführt und sicherlich einige Vibes davon in seine Erzählung eingebaut. Domino wird allgemein nicht als einer der besten Filme unter Scotts Filmographie eingestuft und so sehe ich es auch. Dabei finde ich den teilweise auch wieder nicht so schlecht. Immerhin gefällt mir das erste Drittel, in dem Domino charakterisiert wird und Zugang zu der Welt der Bounty Hunter findet sogar ganz gut. Ich hätte nichts dagegen wenn die Geschichte noch mit einigen anderen guten Szenen wie die des ersten Busts, der nicht ganz so ablief wie geplant, weitergelaufen wäre. Das weitere Script, das sich dann an einer Heist-Geschichte und der fortgeführten Charakterisierung seiner Hauptcharaktere abarbeitet fällt für mich vom Level aber wieder ab, auch weil hier gerne mit der allgemeinen Konfusität geliebäugelt wird. Das unterstreicht auch Scotts Inszenierungsstil, der wie gewohnt sehr ästhetisch ist aber auch absichtlich sehr wild gehalten wird. Macht irgendwo in diesem Kopfgeldjägermilieu, in dem auch gerne diverse Substanzen konsumiert werden, zwar Sinn, war mir aber annähernd auch zu viel. Coole Besetzung, fällt mir noch ein.
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Bad Cop, Good Work

Beitrag von TheUsualSuspect » vor 1 Monat

Brennpunkt Brooklyn
(The French Connection)

USA 1971
Regie: William Friedkin
Darsteller: Gene Hackman, Roy Scheider, Fernando Rey

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Friedkin hat in seiner Laufbahn bewiesen, dass er als Regisseur eindrückliche Filme abliefern kann. 1971 überzeugte er Zuschauer und Kritik mit seinem True-Crime-Thriller French Connection. Der Krimi blieb mit seinem ungeschönten urbanen Flair und rauer Authentizität dem Publikum im Gedächtnis. Der Film um zwei polizeiliche Ermittler im New Yorker Rauschgiftmilieu fällt mit seinem markanten doku-realistischen Stil auf. Herausragend sind die Beschattungsszenen sowie Verfolgungsjagden, wobei man großen Aufwand nicht gescheut hat. Das zeigt sich aber auch positiv im Ergebnis. Die Hauptfiguren - in erster Linie der Charakter von Gene Hackman - gewinnt kaum Sympathiepunkte, dafür vielleicht eher Realitätsmomente. Beide Detectives sind abgekochte professionelle Bullen, die als vom Ehrgeiz zerfressene Einzelkämpfer ihren Job auch mit mehr als legalen Mitteln bewältigen. Die Arbeit an der Basis hat sie rauh gemacht. Wenn es Kritik an Friedkins Crime-Thriller gab, kam das meist aus der Richtung, das man die reaktionären und rassistischen Tendenzen der Charaktere beklagte. Diese Stimmen haben nicht Unrecht, sympathisch finde ich die Protagonisten auch nicht. Popeye Doyle ist als Held laut, vulgär und aufbrausend. Überzeugen konnten mich vor allem die erwähnten Suspense-Szenen, die immerhin einen beträchtlichen Teil der Spielzeit ausmachen.
"This is a true story. The events depicted in this film took place in Minnesota in 2006. At the request of the survivors, the names have been changed. Out of respect for the dead, the rest has been told exactly as it occurred."
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TheUsualSuspect
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"Wenn ein Mörder stirbt ist nicht die Zeit für Tränen"

Beitrag von TheUsualSuspect » vor 1 Monat

Wie tollwütige Hunde
(Come cani arrabbiati)

Italien 1976
Regie: Mario Imperoli
Darsteller: Piero Santi, Annarita Grapputo, Paola Senatore, Cesare Barro, Luis Latorre, Gloria Piedimonte

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Man muss es den Italienern der 70er Jahre lassen, wenn es darum geht reißerische aber auch packende wie thematisch interessante Genrefilme zu machen, lässt sich im Fundus des Italo-Kinos dieser Zeit immer wieder was finden. Come cani arrabbiati ist kein typischer italienischer Polizeifilm im Sinne des Poliziottesco, auch wenn es einige Überschneidungspunkte zu geben scheint. Teilweise deckt die Handlung die Ermittlungsarbeiten des Polizisten Paolo Muzi ab, der gegen eine Bande junger Heranwachsender ermittelt, die eine Reihe von äußerst brutalen Gewaltverbrechen begehen. Daneben widmet sich der Film auch ebenso viel Zeit dem Treiben der verschworenen Gruppe, bestehend aus zwei Jungs und einem Mädchen, zuzuschauen.

Come cani arrabbiati ist nicht nur für seine Zeit flott und ansehnlich gefilmt, sein besonderer Reiz liegt in seinem herausfordernden Thema. Sicherlich kann man den Film wie viele andere Italo-Vertreter seiner Zeit als reißerisch bezeichnen, sehr deutlich lässt er aber auch die damals aktuellen sozialen, politischen und gesellschaftlichen Reizpunkte zutage treten. Die Bande besteht aus drei privilegierten Kids, die vom Reichtum der Eltern leben können, gleichzeitig aber deren Kapitalismus und das Etablissement verachten. Ihre Verbrechen entspringen keiner essentieller Notwendigkeiten oder persönlicher Ambitionen, vielmehr scheinen Langeweile und fehlgeleitete Persönlichkeitsentwicklung in die Ursachen ihrer Handlungen hineinzuspielen. Auf jeden Fall sind die auf einem ziemlich kranken Trip unterwegs.

Comissioner Paolo Munzi wird seine Ermittlungsarbeit nicht erleichtert, weil er den Sohn eines sehr einflussreichen Mannes verdächtigt und verfolgt. Das macht seinen Standpunkt auch bei seinen Vorgesetzten, die nun mal den politischen Strömungen unterworfen sind, nicht gerade populär. Verbissen bleibt er allerdings am Ball, wirkt aber auch nicht wie der Superermittler, der sonst schon mal im Genre auftaucht. Vielmehr scheint er häufig durch seine Ermittlungen zu tappsen. Die Krönung dabei ist die Szene, in der er seine Kollegin einspannt. Nachdem die Gruppe eine Prostituierte, zufällig eine von zwei Lieblingsprostituierten des Vaters von dem einen Jungen, gemein umgebracht hat, will er ihnen eine Falle stellen. Er vermutet, dass sie auch noch die zweite mitnehmen wollen und so überredet er seine Kollegin Germana sich als Lockvogel auszugeben. Die Kids wissen nämlich nicht genau wie die andere aussieht. Kollegin Germana lässt sich überzeugen, wahrscheinlich weil sie sich sowieso gerne von ihm einladen lässt und ihm imponieren will und verkleidet sich als Arbeiterin vom Straßenstrich. Die Fische beißen an, aber wie sich der Plan dann enwickelt passt zu der Irritabilität des Filmthemas. Kollege Murzi lässt die Situation so lange eskalieren, dass Germana nur äußerst knapp einer vollendeten Vergewaltigung entgeht und sich am Ende die Situation noch nicht mal für eine Überführung der Täter verwerten lässt. Getoppt wird das Szenario dadurch, wie Murzi seiner Kollegin anschließend die verkorkste Situation wieder schön redet. Das italienische Frauenbild der 70er Jahre ist so skurril, dass es schon wieder lustig ist. Ach, die Italiener!

Es gäbe noch einiges zu sagen über den Film, aber ich mach hier mal einen Punkt. Im besten Sinne reißerisch, spannend und herausfordernd. Der Film hat auch ein interessantes Ende, dass ich so nicht erwartet hattte, aber in seiner Art auch wieder Sinn macht. Wer sich für das italienische Kino der 70er erwärmen kann, sollte den mal auschecken.
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TheUsualSuspect
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"Is it save?"

Beitrag von TheUsualSuspect » vor 1 Monat

Der Marathon Mann
(Marathon Man)

USA 1976
Regie: John Schlesinger
Darsteller: Dustin Hoffman, Laurence Olivier, Roy Scheider

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Zugegeben, einige der Hintergründe im Plot gestalten sich für meinen Eindruck etwas schemenhaft. Da gibt es detailverliebtere Autoren, die solche Lücken logischer schließen können. Letztlich fällt das aber auch nicht entscheidend ins Gewicht. Schließlich lebt der Film unheimlich von seinen Charakteren und Darstellern. Da existieren starke Fokussierungen. Wir haben als Protagonisten den vermeidenden aber auch verbissenen Studenten Babe, feinfühlig mit seinen unterschiedlichen Facetten gespielt von Dustin Hoffman. Als Gegenspieler geht Laurence Olivier mit all seinem schauspielerischen Renomme in seiner Rolle als ehemaliger KZ-Arzt in einer wahrhaft finsteren und bösen Präsenz auf. Der damals ohnehin sehr geachtete Darsteller erntete viel Lob für diese Rolle, gerade in Anbetracht dessen ist es bemerkenswert wie gut sich der junge Hoffman mit seiner Leistung auf Augenhöhe hält. Zudem spielt zwar mit weniger Screentime aber durchaus beachtlicher Präsenz Roy Scheider eine weitere gekonnte Rolle. Die Figurenkonstellationen und starken Charakterzeichnungen sind es, die den Film hauptsächlich tragen. Zudem sind die Einsätze für die Figuren groß, all das passt zu einem gut überzeugenden Thriller. Außerdem sollte man als Cineast mal die berühmte Zahnarztszene gesehen haben.
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